Ein Bild passend zum Sonntag Rogate - Psalm 66,20 - Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet.

Impuls zum
Sonntag Rogate
– das Gebet –

Gebet beginnt dort, wo wir uns von Gott finden lassen –
mitten im Lärm und mitten in der Stille.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft
noch seine Güte von mir wendet.
(Psalm 66,20)

Ein Bild passend zum Sonntag Rogate - Psalm 66,20 - Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet.

Das Wunder des Gebets

Aber wie sollen wir beten?

Diese Frage drängt uns seit Urzeiten. Wie bete ich richtig?
Dabei gibt es kein richtig oder falsch in unserem Gebetsleben.

Jesus gab uns einst das absolute Gebet – das Vaterunser. Ein Gebet, das die ganze Christenheit mit Ihm vereint. Ein Gebet, durch das auch wir uns mit Ihm verbinden. Sowohl bei Matthäus als auch bei Lukas können wir dieses Gebet nachlesen. (Matthäus 6,9-13; Lukas 11,2-4)

Auch die Jünger fragten Jesus damals: Herr, WIE sollen wir beten?
Wie – nicht was! Und Er lehrt sie das Vaterunser.

Das Vaterunser ist somit nicht nur ein Gebet, nicht nur eine Aneinanderreihung weiser Worte – es ist zugleich ein roter Faden, eine Leitlinie für unser Beten. Wenn wir nicht wissen, wie oder was wir beten sollen, können wir uns davon führen lassen.

Das Vaterunser bietet uns vier Kernbereiche, die aus unserem Glaubensleben abgeleitet sind.

Für die Mathematiker unter uns: Es ist wie eine Formel mit vier Konstanten und unendlich vielen Variablen.
Für die sprachlich Interessierten: Es ist wie der dramaturgische Aufbau einer literarischen Erzählung.
Und für alle anderen: Es sind es die vier Eckpfeiler, auf denen unser Gespräch mit Gott und unser Glaube gegründet ist.

Das Gebet – Ein Exkurs in die wunderbare Welt des Betens

Bevor wir loslegen und Gott mit all unseren Sorgen und Problemen, mit unseren Nöten und Ängsten, mit unseren Zweifeln und Fragen, aber auch mit unseren erfreulichen Erlebnissen „zuschütten“, sollten wir in Ihm zur Ruhe kommen und in Seine Stille eintreten. Es ist wichtig, dass wir nicht einfach gedankenlos losplappern. Gott kann kein fahles Gerede gebrauchen – Er möchte echte, reine und aufrichtige Gefühle und Gedanken.

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden;
denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen.
(Matthäus 6,7)

Zunächst sollten wir einen kurzen Abstecher in die verschiedenen Arten des Betens machen. Manch einer ist vielleicht abgeschreckt, weil er denkt, dass all unsere Gebete wie die im Gottesdienst aufgebaut sein müssten.

Ganz im Gegenteil. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, ein Gebet zu gestalten. In erster Linie ist ein Gebet etwas ganz Eigenes: unsere Kommunikation, unser Gespräch mit Gott. Und es ist völlig egal, ob wir das in einem einsamen kleinen, dunklen Kämmerlein, bei einem Waldspaziergang oder mitten in der turbulenten Einkaufspassage vor Gott bringen.

Varianten des Gebets
Die unbewussten Gebete

Dazu zählen das berühmte Stoßgebet, „Herr, bitte lass es gut gehen“!, „Gott hilf.“ Oder ein spontanes Aufseufzen, das wohl jeder schon einmal vor Gott gebracht hat – auch der ein oder andere „Ungläubige“.

Die Bitte nach einer sofortigen FührungOh Gott, was soll ich jetzt tun?“ – ein Gebet, in dem unser Herz zeigt, dass wir Ihn brauchen und uns nach Ihm sehnen: nach Seiner Hilfe, Geborgenheit und Weisung. Tief in uns wissen wir um unsere Schwachheit und Seine Allmacht.

Oder die berühmteste Danksagung, die als Floskel wohl schon über jede Lippe gekommen ist „Gott sei Dank!“ Wenn wir diese Redewendung nicht nur plappern, sondern bewusst aussprechen, werden wir diese erlösende Kraft Gottes tief in uns spüren. Wir werden erfahren, wie diese drei kleinen Worte uns in diesem Moment tiefster Dankbarkeit befreien und erfüllen.

Nur drei winzige Arten unbewusster Alltagsgebete – und doch kommen sie so tief aus dem eigenen Herzen.

die bewussten Gebete

Und aus genau dieser Tiefe des Herzens, sollten auch unsere bewussten Gebete kommen.

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden;
denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen.
(Matthäus 6,7)

Das vorformulierte Gebet

Wenn wir beten wollen, aber partout nicht wissen, was wir beten sollen, können wir uns ein vorformuliertes Gebet zur Hilfe nehmen. Es gibt es eine Vielzahl von Vorlagen für: Tischgebete, Morgen- und Abendgebete, Dankgebete oder Heilungsgebete und natürlich für Fürbitten. Jedoch spiegeln diese Gebete nicht immer unser Innerstes wider. Wir sollten diese deshalb eher als Einstiegshilfe betrachten – als Türöffner für unser Gespräch mit Gott.

Manchmal brauchen wir einfach diese Weiche, um uns in Gottes Ruhe und Frieden hineinfallen zu lassen. So bilden vorformulierten Gebete einen perfekten „Einstieg“ für die dann folgenden persönlichen Gebete, die oft wie von selbst aus unseren Herzen hervorsprudeln.

Und gerade das Vaterunser ist die allerbeste Art und Weise eins zu werden -eins mit Jesus und eins mit der ganzen Christenheit.

Mit den Psalmen beten

Als weitere Möglichkeit können wir mit den Psalmen beten. Die Psalme sind wundervolle und ausdrucksstarke Gebete, die schon zu Zeiten des Alten Testaments gesungen oder gesprochen wurden – und bis heute werden. Sie sind ein fester Bestandteil der Kirchenliturgie und der Stundengebete und in ihrer Thematik mehr als „up-to-date“.

Das Buch der Psalter umfasst insgesamt 151 Psalmen von unterschiedlichen Verfassern, wobei der Großteil von König David stammt. Für jede Gelegenheit, jede Situation, jede Gefühlslage finden wir einen passenden Psalm: Lobpreispsalme, Gebete in schwerer Not, Dank- und Bußpsalme, Gebete zum Vertrauen in Gott, Lehrpsalme u. v. m.

Und ist es nicht unglaublich ermutigend und tröstend zu wissen, dass all diese Gebete – das Vaterunser, die Psalme und viele andere – schon vor Jahrtausenden und von abertausenden Gläubigen vor uns und noch lange nach uns gebetet wurden und werden?

Das individuelle Gebet

Das wichtigste und persönlichste Gebet ist unser eigenes Gebet – unser Gespräch mit Gott. Es ist frei, ungezwungen und an nichts festgemacht. Wir können reden, schreiben, singen oder still beten. Diese Gebete enthalten unsere tiefsten Gedanken und Emotionen. Es ist unserer „Me-Time“ mit Gott.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft
noch seine Güte von mir wendet.
(Psalm 66,20)

Wenn wir Gott unser Herz öffnen und den Heiligen Geist erlauben all das, was uns im Innersten bewegt vor Ihn zu bringen, wird Er unser Gebet erhören und uns geben, warum wir Ihn bitten.

Lasst uns jetzt zum Vaterunser schauen. Hier geht’s weiter.

Nach oben scrollen