Impuls zum Sonntag Reminiszere

Impuls zum
Sonntag Reminiszere
Teil 2

Der zweite Teil unseres Impulses nimmt uns mit in Gottes große Liebe und zeigt auf, wie sie
im Kleinen unseres Lebens ankommt – mitten in unseren Fragen, Sorgen und Wegen.

Gott erweist seine Liebe zu uns darin,
dass Christus für uns gestorben ist,
als wir noch Sünder waren.

(Römer 5,8)

Gott – Mensch – Gott

Gott schafft die Erde und die Himmel, die Luft und das Wasser, die Bäume und Sträucher, die Blumen und Gräser, die Tiere der Erde und des Himmels – und Er erschafft uns.

UNS! Uns Menschen! Und Er sieht alles an und findet, dass es SEHR gut ist.

Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte,
und siehe, es war sehr gut.
(1. Mose 1,31)

Er will uns, Er liebt uns und Er möchte eine innige Beziehung zu uns.
Er hat uns nicht in die Welt hineingeworfen getreu dem Motto „nach mir die Sintflut“, hat sich nicht abgewandt und ist seiner Wege gegangen. Schon im Paradies suchte ER die Nähe zu Adam und Eva und ging mit ihnen durch den Garten – in vertrauter Gemeinschaft.

Er sorgt für uns, Er kümmert sich um uns, Er achtet auf uns – wie ein liebender Vater. Diese Größe Seiner Liebe gilt es zu begreifen. Wir sind Ihm nicht egal – wir alle sind Ihm unendlich wichtig.

Auch wenn der Teufel uns immer wieder etwas anderes einflüstern will. Jeder ist Ihm wichtig. Jeder einzelne von uns! JEDER.
Deswegen gibt ER alles für uns.

Er weiß das wir gefallen sind, unfähig und egoistisch. Wir sind Sünder durch und durch. Große Sünden, kleine Sünden. Ein jeder von uns hat gesündigt, sündigt und wird wahrscheinlich auch immer wieder sündigen. Dennoch liebt Er uns.

Ein heiliges Leben nach Gott zu führen, ist kaum möglich.
Ein gottgefälliges Leben dagegen schon.
Denn Gott selbst wirkt in uns.

Gott erweist seine Liebe zu uns darin,
dass Christus für uns gestorben ist,
als wir noch Sünder waren.
(Römer 5,8)

Als wir noch Sünder waren! Diese Tatsache sollten wir uns auf der Zunge zergehen lassen.
Wir haben nichts getan, um Seine Gnade und Barmherzigkeit zu verdienen und doch schenkt Er sie uns.

Gott hat Christus, der ohne Sünde war, an unserer Stelle als Sünder verurteilt,
damit wir durch ihn vor Gott als gerecht bestehen können.
(2. Korinther 5,21)

Gott liebt uns trotz all unserer Fehler und Sünden. Was aber nicht bedeutet, dass er sie toleriert. Aber Er sieht das Gute, das in unseren Herzen verborgen liegt, wenn auch manchmal tief vergraben unter Trauer, Leid, Wut und Schmerz.

Er sieht unser wahres Herz – das Herz, welches er in uns gelegt hat.
Er sieht nicht den Menschen, den die Welt aus uns gemacht hat, sondern den Menschen, den Er erschaffen hat. Und Er liebt diesen Menschen in uns. Deswegen hat Er das Kostbarste, was Er hatte für uns gegeben, obwohl wir selbst Ihm noch nichts geben konnten. Er hat uns überreich beschenkt, bevor wir Ihm etwas schenken konnten. Und Er gibt, ohne zu fordern.

Er wünscht sich uns – aber er zwingt uns nicht.

In Jesaja sagt Gott:

So spricht der HERR, dein Erlöser, der Heilige Israels:
Ich, der HERR, dein Gott, bin es, der dich lehrt, zu deinem Nutzen,
der dich den Weg betreten lässt, den du gehen sollst.
Hättest du doch auf meine Gebote acht gegeben!
Dann wäre dein Heil wie ein Strom geworden
und deine Gerechtigkeit wie die Wogen des Meers.
(Jesaja 17-18)

Gott schenkt uns Seine Liebe, bevor wir Ihm unsere Liebe geben können. Welch fantastische Erkenntnis dieser unendlichen Barmherzigkeit.

Wir aber lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.
(1. Johannes 4,19)

Wir haben weder etwas Gutes vollbracht noch etwas Fruchtbringendes für Sein Reich geleistet, dennoch nimmt Gott uns an und vergibt uns all unsere Sünden. Wow! Was für eine Gnade.

Und aus dieser Fülle haben wir genommen, Gnade um Gnade.

Und was machen wir? Wir reagieren einfach nicht auf Seine Güte.

Einbahnstraße –> Gott – Mensch … und dann? Endstation?

Was würde Gott jetzt wohl sagen? „Oh Menschenkind, ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll, um dir meine grenzenlose Liebe zu zeigen. Ich gebe dir alles, doch du schlägst es aus. „

Jesus gab uns einst das Gleichnis vom Weinberg und den sehr törichten, verständnislosen und gierigen Weinbauern. (Lukas 20,9-18 – die Geschichte von den bösen Weingärtnern)

Ein Mensch (Gott) pflanzte einen Weinberg (Gottes Reich) und verpachtete ihn an Weingärtner (Pharisäer, Schriftgelehrte, etc.). Als die Früchte des Weinstocks reif und bereit zur Ernte waren, schickt der Herr seine Knechte, um seinen Anteil der guten Frucht einzuholen. Doch die Weingärtner waren verstockt, gierig und machtbesessen. Sie hatten so viel harte Arbeit in diesen Weinberg gelegt, dass sie auch die Früchte selbst genießen wollten. Der Herr des Weinbergs, so dachten sie, hat schließlich nichts dafür getan. Und so verjagen sie die Knechte – einen nach dem anderen, auf immer brutalere Weise. Bis der Herr schließlich Seinen Sohn sandte, in der Hoffnung, dass sie wenigstens auf ihn hören würden. Aber Pustekuchen – ihn töteten sie sogar, um ihrer Habsucht willen.

Gott gab ihnen so viel. Er wirkte, dass die Frucht im Weinberg reichlich und üppig gedeihen konnte, und sie nahmen davon – immer mehr, immer gieriger. Abgeben? Weit gefehlt. Immer wieder schickt Gott Seine Arbeiter zu diesen einfältigen und kaltherzigen Menschen und immer wieder treten sie ihn mit Füßen.

Sind wir wirklich so kalt? Sind wir wirklich innerlich so tot?

Bei weitem nicht. Nicht solange Gott Liebe fließt.
Gott gibt nicht auf. Weder bei diesen engstirnigen Weingärtnern noch bei uns.

„Aufgeben ist keine Option!“

Gott liebt uns so sehr, dass Er um uns kämpft – jeden Tag aufs Neue. Bis zur Opferung Seines geliebten Sohnes und darüber hinaus. Gott gibt alles von sich für uns …. und was geben wir von uns für Ihn?

Gott erweist seine Liebe zu uns darin,
dass Christus für uns gestorben ist,
(Römer 5,8)

Wir lügen – und Gott legt uns seine Gnade zu Füßen.
Wir betrügen – und Gott reicht uns die Hand der Gerechtigkeit.
Wir verletzen – und Gott kommt und heilt in seiner großen Barmherzigkeit.

Nehmen wir Seine Gnade an?
Reichen wir Seiner Gerechtigkeit unsere Hand?
Empfangen wir Seine Barmherzigkeit?

Wir sind der Dunkelheit, der Bosheit der Welt verfallen und können das Licht des Lebens nicht sehen. Macht, Gier und Reichtum verblenden unseren Blick – so wie bei diesen Weingärtnern.

Gott versucht uns immer wieder vom falschen Weg abzubringen, doch wir erkennen Seine Güte, Seine Liebe in all den Bemühungen einfach nicht.

Wenn ich dieses Gleichnis lese, möchte ich den Weingärtner am liebsten zurufen „Wovor habt ihr Angst? Alles zu verlieren, was ihr euch aufgebaut habt? Überlegt doch einmal, wer euch dies alles erst ermöglicht hat.“

Ja, wir müssen unser altes Leben für Christus aufgeben, wir müssen sprichwörtlich mit ihm sterben. Aber was wir dadurch gewinnen, ist mit Worten kaum zu beschreiben, ist an Fülle kaum zu begreifen.

Es ist nicht unsere Selbstverherrlichung, die uns das Leben rettet; es ist allein die Herrlichkeit Gottes, die in unserem neuen Leben mit Jesus auf uns wartet.

Es ist die Leichtigkeit des Glaubens, welche uns die Schwere der Welt von den Schultern nimmt.

Unser Leben ist vergänglich, wie eine Blume auf dem Feld.

Also: Warum lassen wir uns lieber von den Zwängen der Welt regieren, als die Freiheit im Licht Gottes zu genießen?

Und ich ertappe mich bei der Frage: warum Gott sich immer wieder so sehr bemüht. Vergebene Liebesmüh. Warum sagt er nicht: „Genug“ und lässt sie einfach ziehen?

„Wer nicht will, der hat schon.“
„Wer nicht umkehren will, dem ist nicht zu helfen.“

Aber das ist mein kleingeistiges Denken, das Gott nicht im Geringsten gerecht wird.
Und in all diesen Fragen erkenne ich erneut die wahre Größe Gottes. Ich erkenne Seine bedingungslose Liebe, Seine tiefe Sehnsucht und Seine innige Verbundenheit zu uns Menschen.

Im gleichen Atemzug höre ich Sein Wort, dass Er alle Menschen retten möchte – jeden einzelnen von uns. Ich spüre die Liebe zu den Menschen, die an ihn glauben, aber vor allem auch zu denen, die noch nicht den Weg zu Ihm gefunden haben.
Ich spüre Seine Sehnsucht und Seinen Schmerz für diese verlorenen Seelen und ich spüre, wie sehr Er möchte, dass auch sie ihre Herzen für Ihn öffnen.

Und dafür hat ER den Weg bereitet – einen kostbaren und unvergleichlichen Weg.

Gott erweist seine Liebe zu uns darin,
dass Christus für uns gestorben ist,
als wir noch Sünder waren.
(Römer 5,8)

Jeder von uns kann diesen Weg gehen – ob gut oder böse, ab alt oder jung, ob arm oder reich, ob gläubig oder nichtgläubig.

Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben.
Diesen Weg gilt es zu gehen – in aller Demut und Dankbarkeit -, damit sich der Kreis schließen kann.

Gott –> Mensch –> Gott

Von dir ist alles gekommen,
und von deiner Hand haben wir dir’s gegeben.
(1.Chronik 29,14)

AMEN

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