Impuls zum
Sonntag Quasimodogeniti
Teil 2
Im zweiten Teil dieses Impulses erfahren wir, wie dieses neue Leben in uns Gestalt annimmt –
und warum Gott uns einlädt, es mit der Offenheit und Reinheit eines neugeborenen Kindes zu empfangen.
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus,
der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren
hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung
Jesu Christi von den Toten.
(1.Petrus 1,3)

Auferstehung 2.0
Quasi modo geniti (infantis)
Wie die neugeborenen (Kindlein)
(1.Petrus 2,2a)
Dieser Sonntag zeigt uns, wie wir unser neues Leben in Christus betrachten sollten: „wie Kinder, wie neugeborene Kinder“
Wir Erwachsene sind geprägt von der Welt – von Erwartungen, Erfahrungen, Verletzungen. Wir haben uns angepasst und eingefügt ins Gefüge. Die Maßstäbe, die diese Welt geschaffen hat, sind zu den Maßstäben unseres Lebens geworden.
Auch wenn es in Psalm 139 heißt, dass Gott uns bereits im Mutterleib formte, bedeutet das nicht, dass wir auch nach seinem Bilde leben
Denn du hast meine Nieren geschaffen und hast mich im Mutterleib gebildet. Meine Gestalt war dir nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde in den Tiefen der Erde. Deine Augen sahen mich schon, als ich noch ungeformt war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, als noch keiner von ihnen da war.
(Psalm 139,13.15-16)
Wir sind zwar von IHM und für Ihn gemacht, aber wir wurden von der Welt geformt – verformt – verändert. Wir haben gelernt zu funktionieren – und dabei verlernt zu glauben – zu vertrauen.
Erst wenn wir Gottes Gnade annehmen, unsere Herzen für Jesus Christus, den Auferstanden öffnen und uns durch den Heiligen Geist verändern lassen, können wir zu dem Menschen werden, den Gott einst geschaffen hat.
Petrus gibt uns in seinem Brief ein wunderbares Bild, um zu verstehen, wie wir unsere Wiedergeburt betrachten sollen – wie neugeborene Kindlein.
Warum wie Kinder?
Was meint Petrus damit?
Schau sie dir an.
Kannst du es erkennen, dieses zarte kleine Wesen?
Ein neugeborenes Kind, ist das reinste und unschuldigste Wesen, was es auf Erden gibt. Es ist das Kleinste und doch das Größte. Es ist zart und sanft, neugierig und wissbegierig, aber auch abhängig und schutzbedürftig.
Es vertraut, bevor es versteht.
Siehst du sein Lächeln, wie es dich liebevoll in den Bann zieht?
Seine leuchtenden Augen, mit denen es sein Umfeld erkundet.
Die kleinen Händchen, wie sie neue Dinge versuchen zu greifen.
Die kleinen Füßchen, auf denen es anfangs noch so wackelig daherkommt.
Kleine Kinder erkunden die Natur um sich herum vorsichtig und behutsam, ohne sie gleich zu zerstören.
Sie haben einen so natürlichen Instinkt. Sie sind offen für die Menschen in ihrem Umfeld und zugleich auch vorsichtig. Dennoch nehmen sie die Menschen so an, wie sie sind. Sie sehen ihre Herzen und nicht was vor Augen ist.
Neugeborene Kinder erkennen ihre Eltern noch bevor sie sie überhaupt sehen können. Sie spüren sie – sie spüren ihre Nähe und wissen genau, dass sie sich im Schutz ihrer Eltern geborgen fühlen können.
Kinder hinterlassen Spuren – Spuren der Liebe, Freude und Annahme.
Sie sind (noch) ein Teil des neuen Jerusalems. Sie erinnern uns daran, was Gott auch in uns hineingelegt hat.
Und Jesus sagt: „nur wenn wir wie Kinder sind, werden wir in Gottes Reich gelangen.“ (siehe Lukas 18,16-17)
So wünscht Gott sich uns.
Nicht perfekt – sondern offen.
Sie sind Vorbilder für unser Leben im Glauben – frei, rein und unverfälscht; unvoreingenommen, echt und neugierig. Begierig.
Begierig nach mehr – mehr von Gott.
In 1. Petrus 2,2 heißt es weiter:
“ … seid begierig nach der vernünftigen, lauteren Milch.“
Wenn wir in Christus wiedergeboren werden, dann bekommen wir die Möglichkeit, egal wie jung oder alt wir sind, ein neues Leben zu beginnen. Ein Leben, das Gott für uns geschaffen hat oder besser gesagt, für das Gott uns geschaffen hat.
Auferstehung 2.0
Durch die Güte und Gnade Gottes bekommen wir eine neue Chance.
Gott hat uns vergeben, Jesus hat uns vor Ihm gerechtfertigt, wir dürfen noch einmal neu beginnen – Reset. „Wir waren tot und nun sind wir zu neuem Leben erweckt“.
Aber wir können nur zu Gott kommen, wenn wir die Zwänge und Maßstäbe dieser Welt hinter uns lassen und frei und rein im Herzen werden, so, wie „neugeborene Kinder“.
Lebendige Hoffnung
Gott möchte nichts mehr, als uns dieses wahre Leben zu schenken – durch Christus, dem Auferstandenen.
Er möchte uns neue Hoffnung geben.
Hoffnung in einer gefallenen Welt.
Hoffnung auf eine neue Welt.
Hoffnung in IHM.
Wir sind Sein lebendige Hoffnung
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus,
der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren
hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung
Jesu Christi von den Toten.
(1.Petrus 1,3)
Wiedergeburt
Als Kinder Gottes sind wir in diese Welt hineingeboren – so wie Gott uns schuf. Und dieses neue Leben braucht „Nahrung“.
Doch die Welt umzingelt uns vom ersten Augenblick an. Und anstatt der guten, geistlichen Nahrung – der „guten und vernünftigen Milch“ – wird uns nur das weltliche Brot vorgesetzt.
Ich vergleiche die „weltliche Speise“, gerne mit einem nährstoffarmen Weißbrot, welches nur kurzen Genuss und Sättigung verschafft. Es ist weder langlebig noch nachhaltig. Wir brauchen immer mehr, um auch nur ansatzweise „gesättigt“ zu sein. Wir vergehen, weil wir nicht ausreichend „Nährstoffe“ erhalten, die für ein gutes und fruchtbringendes Wachstum so unendlich wichtig sind.
Wer einen Garten hat kennt das. Wenn unsere Pflanzen keinen guten Dünger erhalten, gehen sie ein. Sie verdorren, werden krank und bringen keine Frucht.
Das „Brot“ Gottes, Sein Wort, Seine Weisheit, Seine Wahrheit dagegen, ist wie nährendes und kraftspendendes Schwarzbrot.
Mit dieser guten Nahrung wir werden widerstandsfähiger und kräftiger gegen die Ablenkungen und Verlockungen dieser Welt, aufmerksamer und wacher. Sein Wort sättigt und belebt, stärkt und lässt reiche Frucht entstehen. Es ist DER Booster unter den Düngern.
“ … seid begierig nach der vernünftigen, lauteren Milch.“
(1.Petrus 2,2)
Auch unseren neugeborenen Kindern geben wir die beste Nahrung, den „Booster“ dieser Welt – die gute und energiereiche Muttermilch.
Gottes Wort ist der Booster der geistlichen Welt.
Wenn wir unseren Kindern die besteh Nahrung der Welt geben, warum sollten wir uns dann geistlich weniger gönnen?
Die richtige Nahrung, ist für uns genauso wichtig, wie für Kinder, die nahrhafte Muttermilch.
Wenn wir nach unserer Wiedergeburt nicht die gute, reine, vernünftige „Milch“ bekommen, können wir nicht zu wahren Kindern Gottes heranwachsen.
Gottes Wort schenkt uns täglich genau das, was wir brauchen, um auf dem rechten Weg zu bleiben – nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig.
Die Weisheit zeigt uns den Weg.
Die Erkenntnis lässt uns Gottes Willen sehen.
Die Wahrheit hält uns in Seiner Gerechtigkeit.
Die Hoffnung durchbricht unsere Zweifel.
Die Zuversicht vertreibt die Trostlosigkeit.
Der Glaube versetzt Berge der Angst.
Das Vertrauen trägt uns durch reißende Ströme.
Die Liebe heilt unsere Wunden
Der Mut hält uns auf dem schmalen Weg.
Die ganze Kraft Gottes stellt sich unserer Dunkelheit entgegen.
Werden wir uns bewusst, dass wir als Kinder Gottes wiedergeboren sind – in all ihrer Reinheit und Vollkommenheit in Christus.
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus,
der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren
hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung
Jesu Christi von den Toten.
(1. Petrus 1,3)
Werden wir uns bewusst, dass nicht wir oder unsere Taten es sind, die uns zu Ihm führen, sondern allein Seine Gnade und Barmherzigkeit.
Werden wir uns bewusst, dass wir das Licht der Hoffnung in unseren Herzen tragen – der Hoffnung auf Frieden, Freude, Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft. Das Licht der Liebe.
Lassen wir das alte Leben in Sünde los und lassen wir uns in das neue Leben in Gottes Gegenwart erwecken.
Empfangen wir die Wiedergeburt in Christus in Demut und Dankbarkeit.
Eine Wiedergeburt, die Hoffnung und Liebe schenkt.
Danken wir Gott für Seine große Barmherzigkeit.
Amen

