Impuls zum
Sonntag Lätare
Teil 2

Der zweite Teil unseres Impulses führt uns an die Kreuzung unseres Lebens –
dorthin, wo Jesu Ruf uns berührt und uns einlädt, ihm zu vertrauen.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt,
bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

(Johannes 12,24)

Freue Dich!

Wenn wir zu Gott kommen wollen, wenn wir unseren Weg mit Jesus gehen, wenn wir uns auf den schmalen und engen Weg begeben möchten, dann müssen wir loslassen. Wir müssen unser altes Leben, unser altes „Ich“, sterben lassen.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein.

In unserem alten Leben sind wir – selbst in Gemeinschaft – doch irgendwie immer allein.

wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Und sterben wir allein in Jesu Tod hinein, öffnet Gott unser Inneres, und der zarte Keim des Glaubens sprießt aus uns empor, wächst höher und stärker und lässt viel gute Frucht entstehen.

Unser altes Sein, dass dieses zarte, kleine Samenkorn Gottes bereits in sich trägt, muss sterben, damit der Same Gottes zu neuem Leben erwachen kann.

Dieser kleine Same fällt aus der Blüte unseres alten Lebens heraus, auf den fruchtbaren Nährboden Gottes.
Der Same des Glaubens wird bedeckt mit Gottes schützendem und nährendem Wort. Er erhält die Chance aufzubrechen, zu keimen und zu einer prachtvollen Pflanze heranzuwachsen – einer Pflanze, die ganz aus Gott heraus gespeist wird, die sich nach Seinem Willen entfaltet und nach dem Maß Seiner Gnade Frucht bringt.

Dieser einzelne, kleine Same, kann, wenn er aufgebrochen, aufgegangen und zur vollen Reife gelangt ist, reiche und vielfältige Frucht bringen.

Dieser einsame, kleine Same, bringt eine Fülle an Frucht und Leben hervor. Er bleibt nicht allein, sondern mehrt sich – so wie Gott es einst Abraham, Jakob und Isaak verheißen hat. Durch jeden Einzelnen von uns kann die Gemeinde Gottes, Gottes Reich, Seine Familie, immer weiter wachsen.

Und durch uns lässt Gott Sein Werk neu aufblühen, durch uns bringt Er wahre Frucht hervor.

Deswegen ruft Gott uns heute zu:

Freue dich!
Freue dich im Herrn!
Freue dich des Evangeliums!

Denn erst wenn das Weizenkorn stirbt und in seiner ganzen Pracht hervorkommt, dann bringt es gute Frucht. Welch Wunder der Schöpfung. Welch Grund zur Freude!

Wie ich eingangs erwähnte, betreten wir heute nicht nur den Mittelpunkt der Fastenzeit, sondern auch – im gewissen Masse – den Mittelpunkt, die Weggabelung unseres Kreuzweges mit Jesus.

Wir können nochmal einen Blick zurückwerfen, auf unser altes Leben.
Ein Leben in Dunkelheit und Enge. Ein Leben in Ketten der Angepasstheit und des Egoismusses. Ein Leben voller Ängste und Sorgen. Ein Leben in einsamer Gemeinschaft. Ein Leben im harten Kern des Samenkorns.

Und wir erhalten von Gott einen Blick auf das, was kommen wird.

Ein Leben in Jesus Christus. Ein Leben im Licht Gottes und in Freiheit. Ein Leben in der Weite des Himmelreiches und der Einzigartigkeit, die Gott einem jeden von uns geschenkt hat. Ein Leben im Glauben und im tiefen Vertrauen. Ein Leben in der Gemeinschaft des Leibes Christi. Ein Leben in der Fülle der Auferstehung.

Gott lässt uns einen Blick auf die erfüllende Freude in der Auferstehung Jesus Christus erhaschen. Er ruft uns zu, dass wir uns jederzeit, egal wie die Umstände auch sein mögen, in Ihm freuen können, wenn wir auf Jesus Christus schauen, den Gekreuzigten und Auferstandenen. Die Tragik und Qual, die dieses Bild mit sich bringt, birgt zugleich eine unbändige Freude.

Doch in all dieser Freude auf das Kommende, auf unsere Rettung, dürfen wir nicht vergessen, dass wir diese Erlösung nicht aufgrund unserer eigenen Anstrengungen und Taten erhalten, sondern allein der unaussprechlich großen Güte und Gnade Gottes verdanken.

Und der Wochenspruch für diese Woche verdeutlicht uns das Opfer Jesu.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt,
bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.
(Johannes 12,24)

Der Tod und die Auferstehung.

Lasst uns die restliche Fastenzeit nicht nur mit dunklen Gedanken verbringen, sondern immer auch mit dem Blick auf das bevorstehende Osterfest, fröhlich und dankbar begehen.

Freue dich!
Freue dich des Herrn!
Freue dich des Evangeliums!

Gott möchte, dass wir uns freuen und fröhlich sind. Er hat dieses Opfer nicht gebracht, damit wir ein trauriges, von Trübsal, Zorn, Wut und Neid beladenes Leben führen. Nein, wir sollen LEBEN, unser neues Leben in Jesus genießen und Gutes tun.

Natürlich sollen wir stets auch in Demut und Dankbarkeit an die Zeit zurückdenken, als wir noch in der Dunkelheit lebten, als wir noch Sklaven der Sünde waren. Wir sollen unseren Blick immer wieder auf Jesus am Kreuz und auf sein Leiden richten.

Aber mehr noch möchte Gott, dass wir hinaustreten aus dieser alten Dunkelheit und hinein in Sein Licht. Wir sollen unseren Blick nach vorne richten, hin zu Jesus, der auferstanden ist und zum Vater erhöht wurde. Wir sollen Ihm danken und lobpreisen, Ihm singen und zujubeln – wir sollen fröhlich sein und unser neues Leben genießen.

Dank Seiner Gnade, dank Seiner Barmherzigkeit, dank Seiner Liebe zu uns sind wir frei und losgekauft von der dunklen Seite des Lebens.

Wir stehen am Kreuzpunkt unseres Lebens.
Den Weg mit Jesus (weiter) zu gehen, bedeutet mit Ihm Leid und Schmerz zu erfahren und es bedeutet mit Ihm zu sterben – aber es bedeutet auch mit Ihm aufzuerstehen; ein neues Leben in der Herrlichkeit Gottes zu führen und die Erfüllung des wahren Lebens zu empfangen.

Wenn wir mit Ihm sterben, werden wir mehr noch mit Ihm leben!

Lasst uns fröhlich sein und Gott danken für Seine Schöpfung, für Jesus, für das Evangelium, für unser Leben, für Seine Liebe. Und lasst Ihm zu Ehren das Samenkorn in uns reiche Frucht bringen.

AMEN

Nach oben scrollen