Impuls zum Sonntag Invokavit

Impuls zum
Sonntag Invokavit
Teil 2

Christus im Zentrum – wir in seiner Spur.
Ein Impuls, der Christus in unsere Mitte stellt und uns einlädt, seiner Spur zu folgen.

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes,
dass er die Werke des Teufels zerstöre.

(1. Johannes 3,8b)

Gott in unseren Wüsten

Mitten in der Wüste, in der gähnenden Leere bietet der Teufel Jesus Brot an – sein Brot, sein Wort.

Wenn ich das Brot, das Wort des Teufels, einmal bildlich mit dem Wort Gottes vergleichen sollte, würde ich dir Weißbrot und Schwarzbrot reichen.

Das Wort des Teufels ist wie Weißbrot. Sieht schön aus, voll und groß und schmeckt auch köstlich – süßlich und leicht. Aber hinter der Fassade steckt nur leere Luft. Weißbrot ist schnell verschimmelt oder vertrocknet, es ist wenig nahrhaft und schon gar nicht lange sättigend. Es ist nicht nur ein Leichtgewicht, es ist auch leicht herzustellen und billig.

Das Wort Gottes hingegen ist wie Schwarzbrot. Kräftig im Geschmack, beständig und lange frisch, es ist voller Mineralstoffe und Spurenelementen, es ist gehaltvoll und nahrhaft. Es ist vielleicht nicht immer leicht zu verdauen, aber es sättigt und hält lange an.

Die Israeliten damals standen immer unter Gottes Schutz und Seiner Versorgung. Aber sie waren ein leidliches Volk. Sie jammerten, klagten und murrten ständig gegen Ihn auf. Seinem Wort waren sie schnell überdrüssig und forderten immer mehr.

Das Manna, womit Gott sie versorgte und am Leben erhielt, war ihnen bald überdrüssig. Höher, schneller, weiter, immer mehr und immer besser, aber das ist nicht Gottes Devise. Wir sollen im Kleinen treu und beständig sein, um zur rechten Zeit Seinen vollen Segen zu empfangen.

Jesus weiß, dass Gott treu ist und seine Zusagen hält. Und so konnte er sich voller Zuversicht für die alleinige Versorgung durch Gott entschieden. Er hat sich gegen das Wort des Teufels aufgelehnt und ist Gottes Wort treu geblieben.

Jesus währt dem ersten Angriff des Teufels ab. Er weiß, dass Sein Vater ihn immer versorgen und nie verlassen wird. Die Schlange sticht ihn in die Ferse, aber ER tritt ihr auf den Kopf. (1. Mose 3,15) 

An welcher Achillesferse knappert der Teufel gerade bei dir?
Für welches Brot, für wessen Versorgung, entscheiden wir uns?
Aus wessen Hand, aus wessen Mund, nehmen wir unsere Zusage der Versorgung an?

Ist unser Glaube stark genug, dass wir Gott vertrauen, dass Er uns mit dem (lebensnotwendigen) „Brot“ versorgen wird, auch wenn um uns herum nichts als Dürre zu sein scheint? 

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes,
dass er die Werke des Teufels zerstöre. 
(1. Johannes 3,8b)

Die zweite Versuchung stellt Jesus auf die Tempelmauern in Jerusalem und vor die Frage des Vertrauens und der Versuchung Gott auf die Probe zu stellen. Der Teufel fordert ihn auf zu springen, im Glauben, dass die Engel ihn auffangen werden.

Ist Gottes Liebe wirklich so unendlich groß, dass Er uns retten wird, wenn wir fallen? Der Teufel kitzelt an unserem Misstrauen Gott gegenüber.

Die Versuchung, Gott zu versuchen, ist auch für uns allgegenwärtig. Wie oft hadern wir mit Gottes Wegen und fordern von Ihm Beweise und Zeichen. Doch Jesus beweist uns, dass wir vertrauen können, auch ohne Beweise einzufordern. Wir wissen, dass wir unter dem Schutz des Höchsten stehen, wenn wir einfach glauben. Glauben bedeutet nicht Anstrengung, sondern Loslassen – loslassen von Kontrolle und Erwartung.

Es ist allein unser Glaube, der uns den Beweis Seiner Macht liefert. Gott fängt uns auf, in jeder noch so unmöglichen und für uns ausweglos scheinenden Situation, wenn wir unser Vertrauen allein auf IHN setzen.

Das Volk der Israeliten hatte diesen Glauben … und wiederum auch nicht. Ihr Vertrauen wurde hin und her getrieben von der jeweiligen Lage, in der sie sich gerade befanden.

Wenn alles gut lief, glaubten sie felsenfest. Sie priesen und ehrten Gott. Sie lobten und dankten Ihm in den höchsten Tönen. Doch sobald sich Schwierigkeiten zeigten, haderten sie mit Gott.

Immer wieder forderten sie von Mose und damit von Gott Beweise. Ihr Vertrauen war nicht mehr wert als ein Schilling. Dass Gott sie sicher ins verheißene Land führen wird, glaubten sie nicht, denn sie sahen in ihren Problemen eine Übermacht. Gottes Allmacht hingegen erkannten sie nicht. Trotz all der Taten trauten sie ihm nicht über den Weg.

Klingt weit weg? Heute ist alles anders, mit damals nicht zu vergleichen?

Im Gegenteil!
Auch wir sind oft Opfer unserer Umstände. Wir sind wie ein Grashalm im Wind, stets hin und her getrieben. Läuft gerade als gut, loben und preisen wir Gott Aber sobald wir in Not geraten, fangen auch wir an zu hadern. 

„Wo bist du Gott, wenn ich dich brauche?“
„Beweise mir deine Macht – jetzt, sofort!“
„Wenn du da bist, dann gib mir ein Zeichen.“ 

Wir fordern Gott heraus und wollen am liebsten den Toten auferstehen sehen.
Wir treten aus dem Vertrauen an die unsichtbare Welt hinaus, in das Misstrauen der sichtbaren Welt. Wir vergessen mit einem Mal, dass Gott Wunder tut – und dass er längst handelt, auch wenn wir es nicht sehen.

Gott tanzt nicht nach unserer Pfeife. Wir sehen die Welt und was passiert nur bruchstückhaft, Gott hingegen sieht das große Ganze.
Er, der Schöpfer dieser Welt und allem, was auf ihr lebt, hat alles vorbereitet. Und alles, was geschieht, dient letztlich zum Guten. Wir kennen Gottes Wege nicht, deshalb müssen wir ihm vertrauen. 

Nur wenn wir ihm folgen, egal wie unsere Umstände auch sein mögen; wenn wir ihm vertrauen, ohne Beweise zu fordern, dann hält er uns in seiner starken Hand und lässt uns nicht fallen.

Jesus kennt den Vater und vertraut, vollkommen!
Er lässt nicht zu, dass Gott versucht wird. Der Teufel sticht ihm in die Ferse, aber ER tritt ihm auf den Kopf. 

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes,
dass er die Werke des Teufels zerstöre. 
(1. Johannes 3,8b)

Die dritte Versuchung greift den Kern unserer Zeit an: den Götzendienst – Macht, Reichtum, Anerkennung.
Der Teufel zeigt Jesus die ganze Welt und bietet sie ihm als Königreich dar. „Bete mich an und dir gehört die ganze Welt!“ 

Auch die Israeliten waren vor diesem falschen Götzendienst nicht gefeit. Kaum sahen sie ihre Felle davonschwimmen, wandten sie sich einem neuen Gott zu.

Die Zeit des Wartens war ihnen zu lang. Als Mose einmal längere Zeit auf dem Berg Horeb bliebt, wurden die Israeliten ungeduldig und aufständisch.
Mose weit weg, Gott sowieso fern und unnahbar – warum etwas anbeten, was man nicht sehen kann? Warum an jemanden festhalten, der sie erst in diese missliche Lage gebracht hat.

Der Gott, der sie führte, befriedigte ihre Wünsche nicht mehr. Ein neuer Gott musste her. Und so schufen sie sich ein goldenes Kalb – greifbar, schillernd, wertvoll …. aber tot!
Und das war weder das erste noch das letzte Mal, dass sie einem Götzen folgten.

An etwas zu glauben, das man nicht sehen kann, kann mitunter zu einer ziemlichen Herausforderung werden – damals wie heute.

Auch wir werden von sogenannten „Götzen“ gelockt. Wir werden mit großartigen und einflussreichen Positionen geködert, Geld als Lockmittel, Anerkennung als Statussymbol. „Hast du was, bist du was.“ 

Gier, Neid, Raffsucht – höher, größer, weiter – Einfluss, Erhabenheit und Prestige – sie öffnen Tür und Tor für Versuchung und Finsternis.

Doch alles Weltliche ist vergänglich, es schafft nichts Bleibendes auf Erden. Es ist so schnell verflogen, wie es gekommen ist.

Was nützt uns Reichtum, Macht und Einfluss, wenn wir damit dem Bösen dienen, wenn sie auf Kosten anderer gehen und unsere Seele aushöhlen? Geld, Macht und Ruhm sind die schlimmsten Götzen unserer Zeit.

Paulus kannte die Gefahr: 

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen,
was man hofft und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht“
(Hebräer 11,1) 

Unser Glaube ist das Fundament unseres Lebens mit Gott

Er lässt das Unsichtbare, sichtbar werden.
Er macht das Unmögliche möglich.
Er lässt Gott lebendig werden.

Gott ist ein lebendiger Gott.
Er hört, sieht, fühlt und handelt.
Er ist kein Götze – in keinem Stein, keinem Holz keinem Menschen.

Gott ist allgegenwärtig!
Er ist oben im Himmel und mitten unter uns.
Er ist in unserem Gegenüber und doch in uns.
Er ist am Kreuz und sitzt doch mit uns am Küchentisch.

Jesus kennt den Vater – und wir kennen Jesus.
Und so widersteht er auch der dritten Versuchung. 
Der Teufel sticht ihm in die Ferse, aber ER tritt ihm mit Macht auf seinen Kopf! 

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes,
dass er die Werke des Teufels zerstöre. 
(1. Johannes 3,8b)

Die Israeliten hatten noch nicht die Kraft des Glaubens, um sich dauerhaft von den Verführungen des Teufels loszusagen. Die „Wüste der Versuchung“ wird für sie zum Gefängnis ihrer Selbst.

Und damit uns das nicht auch passiert, hat Gott uns Jesus gesandt. Er zeigt uns durch sein ganzes Leben, dass die Macht des Teufels gebrochen ist – auch in unseren Wüsten.

Und um des Wortes Willen stehen auch wir nicht mehr unter der Macht des Teufels, der Verführung und Verlockung des Bösen.
Wir haben die Kraft und den Glauben an Jesus Christus in uns, um jeder Versuchung zu widerstehen. 
Die Schlange sticht uns in die Ferse, aber wir zertreten ihren Kopf – mit Gottes Hilfe und im Namen Jesus Christus. 

Amen

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