Pastellfarbener Himmel mit weichen Wolken und hellem Licht; mehrfach der Schriftzug „Exaudi“ in Rosa und Violett.

Impuls zum
Sonntag Exaudi
Teil 3

Wir gehen einen Weg, der weder ganz hier noch ganz dort ist –
ein Ort des Suchens, Hoffens, Glaubens.

Christus spricht:
Wenn ich erhöht werde von der Erde,
will ich alle zu mir ziehen.
(Johannes 12,32)

zwischen Zeiten – zwischen Welten

Zurück in Jerusalem. Zurück bei den Jüngern. Zurück bei der Verheißung Jesu. Zurück beim geduldigen Warten.

Und jetzt?

Die Jünger müssen der Verheißung Jesu Glauben schenken – der Zusage, dass sie den Heiligen Geist, den Geist Gottes, empfangen werden.
Doch wie, wo und wann?

Und siehe, ich sende auf euch, was mein Vater verheißen hat.
Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe.
(Lukas 24,49)

Sie wussten nur, dass sie ausharren, vertrauen und Jerusalem nicht verlassen sollten, bis der Heilige Geist kommen würde. Doch wann sollte dies geschehen? Morgen, übermorgen, in einer Woche, einem Monat, einem Jahr? Die Qual des Wartens – wer kennt sie nicht.

Wie erging es den Aposteln wohl in dieser Zwischenzeit?
Wir lesen zwar, dass sie nach Jesu Himmelfahrt mit Freude nach Jerusalem zurückkehrten und Gott lobten und preisten …

Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude
und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.
(Lukas 24,52-53)

… dennoch frage ich mich, ob sie nicht zwischendurch auch zweifelten. Waren sie wirklich so zuversichtlich, auch jetzt, wo alles so ungewiss war? Wenn ja, dann ziehe ich meinen Hut vor ihnen.

Wir kennen die Schrift. Wir kennen all die Erzählungen. Wir haben erlebt, wie Gottes Zusagen sich erfüllen. Und trotzdem zweifeln wir immer wieder an Seinem Wort.

Oder bist du so stark im Glauben, dass du keinerlei Zweifel mehr hegst? Ich nicht.

Wie oft empfinden wir in unserem Leben eine Leere?
Etwas kommt, etwas geht – und dann? Erwischen wir uns nicht dabei, Gott zu hinterfragen?

Warum? Wie geht’s weiter? Sollte es wirklich so sein?

Und es passiert … nichts. Nichts geht voran. Wir scheinen festzustecken. Von der Erfüllung seiner Verheißung keine Spur. War alles nur Einbildung?

Ja, manchmal plätschert unser Leben einfach vor sich her.
War es das jetzt – oder kommt da noch was?

Auch wir stehen „zwischen den Zeiten – zwischen den Welten“.

Zwischen den Zeiten

In so einer „Zwischenzeit“ bekam ich einmal einen Spruch zugeschickt:

„Manchmal lässt einen der Glaube dumm aussehen,
bis es anfängt zu regnen.“
Noah

Noah ist ein Paradebeispiel für unbeirrbaren Glauben. Trotz aller Umstände blieb er Gott treu.


Nichts, aber auch rein gar nichts, deutete damals darauf hin, dass Gott wirklich eine Sintflut über das Land schicken würde. Kein Wölkchen, kein Tropfen. Und dennoch blieb Noah Gott treu. Gegen jede Vernunft, aber im Vertrauen auf Gott baute er mitten in der Wüste ein Schiff.

Das großartige an Gott ist, dass Er über den Horizont hinausblickt. Da, wo unser Denken endet, beginnt Sein Wirken. Wir sehen nicht, was hinter dem Horizont geschieht – Gott aber sieht es. Er hat das „Dahinter“ geschaffen. Er hat es vorbereitet. In Ihm beginnt und vollendet sich alles. Er hat all unsere Tage bereits in Sein Buch des Lebens geschrieben.

Es liegt an uns, Ihm zu vertrauen – auch ohne zu wisse, was kommen wird. Es liegt an uns, ihm hinter den Horizont zu folgen.

Wir haben Sein Wort gehört. Wir haben erlebt, wie Verheißungen sich erfüllen. Wir haben aus der Quelle Seiner Weisheit geschöpft.

Durch Jesus Christus haben wir die Herrlichkeit Gottes erkannt. Er lässt uns spüren, dass hinter unserem Horizont mehr ist, als wir erahnen. Hinter dem Horizont ist Gott.

Und auch wenn wir das Ende nicht sehen, auch wenn wir nicht wissen, was noch kommt, können wir getrost und zuversichtlich unseren Lebenslauf mit Gott beginnen – denn Er ist der Vollender aller Dinge.

Wir sind nicht mehr von dieser Welt aber auch noch nicht in der kommenden Welt – wir sind dazwischen, auf einem schmalen und engen Pfad, der uns in Sein Reich führt.

Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt;
und viele sind es, die da hineingehen. Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal,
der zum Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden.
(Matthäus 7,13-14)

Wir stehen zwischen den Zeiten – zwischen den Welten. Und dennoch sind wir nicht alleine. Jesus ist bei uns, Gott ist bei uns – durch Seinen heiligen Geist. Wir sind EINS mit Jesus und EINS mit Gott.

Das hohepriesterliche Gebet in Johannes 17 macht es uns deutlich: Wir leben in der Kraft und unter dem Schutz des Höchsten. Wir haben die Wahrheit erkannt – und können glauben.

Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.
(Johannes 17,16)

Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden,
auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf dass auch sie in uns eins seien,
damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben,
auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen,
und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst.
(Johannes 17,20-23)

Damals wie heute

Wir wissen all das.
Wir wissen, dass sich die Verheißung erfüllt hat und der Heilige Geist ausgegossen wurde – damals über die Jünger, heute in unsere Herzen. Wir wissen, dass er in uns wohnt, in jeder Faser unseres Seins.

Doch es bleibt an uns, Ihn zu erkennen, zu spüren, zu hören, Ihn in uns lebendig werden zu lassen. Es bleibt an uns, dem Glauben Raum zu geben, ihn atmen, wachsen und Frucht bringen zu lassen. Es bleibt an uns, Ihm die Zügel unseres Lebens zu übergeben.

Der Heilige Geist ist unser Navigationsgerät in dieser Zwischenwelt – auf diesem schmalen Pfad. Er hilft uns, den Weg Gottes zu gehen. Er hilft uns hinter den Horizont zu schauen. Denn der Heilige Geist ist ganz Gott und ganz Jesus.

Wir kennen die Erzählungen. Wir haben unzählige Zeugnisse Seines Wirkens vor Augen. Wir haben so viel „geistliche Nahrung“ – und doch fällt es uns oft schwer, uns in diesen Glauben fallen zu lassen.

Wir haben die Wahrheit gehört, gesehen, erlebt. Wir haben das wahre und ewige Leben erkannt, dass Gott uns in Christus geschenkt hat.

Lasst uns dieses Geschenk – die Gnade Gottes, Sein Wort – auch im vollkommenen Glauben annehmen.

AMEN

Wenn du noch ein bisschen Luft hast, dann lass uns den Bogen von Exaudi mit dem letzten Teil schließen.

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