Impuls zum
Sonntag Exaudi
Teil 2
Gerade in den stillen, unscheinbaren Momenten führt Gott uns weiter –
weg vom Alten, hin zu einem Leben, das aus Vertrauen entsteht.
Christus spricht:
Wenn ich erhöht werde von der Erde,
will ich alle zu mir ziehen.
(Johannes 12,32)

Vom Gesetz zum Leben –
der Bund des Glaubens
Schon durch Jeremia ließ Gott prophezeien, dass Er einen neuen Bund mit Seinem Volk schließen will – einen Bund, der nicht mehr die Erfüllung geschriebener Buchstaben verlangt, sondern Sein Gesetz in die Herzen der Menschen schreibt: das Gesetz der Liebe, Güte und Barmherzigkeit.
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel
und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen […]
(sondern) das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will
nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.
(Jeremia 31,31.33)
Gott kennt uns Menschen. Er sieht, wie unmöglich es für uns ist, allein durch das Befolgen von Geboten gerecht zu werden. Er sieht die dunkle Macht der Welt, die Herzen verhärtet und verkümmern lässt.
Der Weg zu Gott, allein durch unser Wollen oder unsere Taten, führt ins Nirwana. Er musste uns einen neuen Weg bereiten – einen Weg, der uns tief in unseren Herzen verändert.
Nicht mehr unsere Werke und Opfer bringen uns zu Gott, sondern allein der Glaube. Er öffnet unsere Herzen, er „beschneidet“ sie, er macht sie empfänglich für Gottes Gegenwart.
Gott selbst bahnt sich Seinen Weg zu uns – in unsere Herzen hinein.
vollkommener Glaube
Schon im 5. Buch Mose lesen wir:
Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen,
damit du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen
und von ganzer Seele, auf dass du am Leben bleibst.
(5. Mose 30,6)
Es ist allein der Glaube, der uns vor Gott gerecht werden lässt.
Es ist allein der Glaube, der uns den Weg zu Gott eröffnet.
Es ist allein der Glaube, an unseren Herrn Jesus Christus, der uns Seine Herrlichkeit offenbart.
Nicht mehr – aber auch nicht weniger.
Und Jesus wiederholt diese Verheißung des Vaters, damit wir wirklich glauben.
Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt:
Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
(Johannes 11,40)
Als Jesus am Grab von Lazarus stand, sprach er bemerkenswerte Worte:
Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob seine Augen auf und sprach:
Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
Ich wusste, dass du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen,
das umhersteht, sagte ich’s, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.
(Johannes 11,41-42)
Jesus glaubt. Er ist vollkommen erfüllt vom Vertrauen an Seinen Vater.
Aber wir sind es nicht.
In uns ringt die Welt, wir ringen mit der Welt – und mit uns selbst. Die Welt macht uns taub und blind für die Wahrheit Gottes. Unsere Herzen sind oft so verstockt, dass wir Seine Worte zwar hören, aber nicht aufnehmen können.
Deswegen spricht Jesus die Wahrheit immer wieder laut aus, damit wir sie hören – wahrhaftig hören – und anfangen zu glauben – wahrhaftig glauben. Nicht mit den Ohren, sondern mit dem Herzen.
Auch die Menschen damals mussten lernen zu glauben. Denn was, wenn Jesus nicht mehr da ist? Was, wenn sie Sein Wort nicht mehr hören können? Glauben sie dann trotzdem?
Und wir?
Glauben wir, dass Jesu Worte wahr sind?
Glauben wir, dass das, dass unsere Gebete im Namen Jesu erhört werden?
Glauben wir an Jesus? Wirklich?
Pilatus fragte einst: „Was ist Wahrheit?“ (Johannes 18,38)
Was ist unsere Antwort?
Glauben wir an Sein Wort als die einzig erfüllende Wahrheit?
der Heilige Geist – das lebendige Wort
Ja – das werden wir.
Durch den Heiligen Geist, der in uns lebt, eröffnet Gott uns einen neuen Zugang zu Ihm. Wir sind nicht mehr abhängig vom geschriebenen Wort, denn unser ganzes Sein wird erfüllt vom lebendigen Wort. Wir spüren es, wir verstehen es und wir glauben es – wir leben es.
Gott legt Seinen Geist in unsere Herzen, damit wir Sein Wort nicht mehr nur hören und stupide befolgen, sondern damit es uns von innen heraus verwandelt.
Das Wort Gottes ist nicht mehr nur in der Geschichte verhaftet, es ist kein verstaubtes Buch in unserem Regal – es lebt in uns und durch uns.
Und nun, da Jesus von den Jüngern gegangen ist, bleibt ihnen – und uns – nichts anderes, als auf Sein Wort zu vertrauen. Jetzt zeigt sich, ob unser Glaube trägt. Halten wir der Welt stand? Bieten wir ihr die Stirn – oder brechen wir wieder ein?
„Was ist Wahrheit?“
Wie es mit den Jüngern weitergeht schauen wir uns im nächsten Teil an.

