Impuls zum
Sonntag Estomihi
Teil 2
Ein Impuls über den Weg nach Jerusalem –
über den Ernst, die Liebe und die Entschlossenheit, mit der Jesus uns vorausgeht.
Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem,
und es wird alles vollendet werden,
was geschrieben ist durch die Propheten
von dem Menschensohn.
(Lukas 18,31)

Freud & Leid
Leid & Freud
Seite an Seite mit Jesus. Den Leidensweg vor Augen.
Wir Menschen – Christen wie Nichtchristen – dürfen unsere Augen nicht vor dem Leid der Welt verschließen. Wohlstand und Sicherheit entbinden uns nicht von unserer Verantwortung gegenüber der Schöpfung.
Nur allzu oft sind wir mit unseren eigenen kleinen „Luxus“problemen beschäftigt und verlieren aus dem Blick, wie gut es uns tatsächlich geht. Die Bilder von Leid und Not erreichen uns zwar – doch verblassen genauso schnell auch wieder.
Gerade deshalb ist es so wichtig, immer wieder aufzuschauen zum Kreuz. Das Kreuz Christi weitet unseren Blick und lässt uns erkennen, dass da draußen ebenso Schmerz und Leid, Angst und Verzweiflung, Wut und Hass, Zerstörung und Gewalt zu finden ist.
Dieses Leid kann auch uns treffen. Gerade in der Nachfolge Christi werden wir immer wieder auch Widerstand, Ablehnung und Anfeindung gegenüberstehen.
Doch genau dann dürfen wir aufsehen zum Kreuz. Denn aus Jesu Leiden können wir Seine Kraft und Stärke schöpfen. Nicht um standzuhalten, sondern um gehalten zu werden.
Aus Liebe zu uns ist Er diesen schweren Weg gegangen – im Gehorsam gegenüber dem Willen des Vaters. Für uns!
Für die Glaubenden – und für die Zweifelnden.
Für die Mutigen – und für die Erschöpften.
„Allem bin ich gewachsen, durch den der mich stark macht.“
(Philipper 4,13)
Wir müssen nicht immer stark sein, doch wir dürfen uns immer getragen wissen, auch dann, wenn wir nicht weiterwissen.
Sein Leiden, Sein Sterben, Seine Auferstehung, sind Zeichen der Hoffnung, der Hingabe und der Liebe. Es sind Zeichen eines unbesiegbaren Glaubens. Und Sie rufen uns in die Nachfolge.
Jesus zu folgen heißt den Blick für die Wirklichkeit zu öffnen und hinter das Kreuz zu schauen. Es heißt die Armen und Unterdrückten, die Notleidenden und Verfolgten, die Verlassenen und Gequälten zu erkennen.
Jesus zu folgen heißt nicht nur Sein Wort zu verkünden, Liebe zu leben und Gemeinschaft zu spüren, sondern immer auch:
– Leid zu erfahren und mit seiner Kraft Jesu zu helfen
– Kämpfe auszutragen und mit seinem Mut standzuhalten
– Widerstände zu erfahren und mit seiner Stärke nicht auszuweichen.
Es sind nicht die fröhlichen und leichten Momente des Lebens, die uns schleifen. Es sind vor allem die Zeiten des Kreuzes.
Doch Gott, der Jesus stärkte, stärkt auch uns.
Das Kreuz Christi ist kein Zeichen für Härte, sondern ein Symbol für die Kraft, die aus Liebe, Gnade und Barmherzigkeit erwächst.
Das Kreuz Jesus zu tragen, bedeutet zu lieben und zu leiden.
Das Kreuz Jesu zu tragen, bedeutet zu hoffen und zu glauben.
Das Kreuz Jesu zu tragen, bedeutet Gott und seinen Menschen zu dienen.
Das bedeutet Vertrauen. Vertrauen in Gott und Seinen Weg.
esto mihiin lapidem fortissimum
et in domum munitam ut salves me
(Psalm 31,3b)
Sei mirein starker Fels und eine Burg,
dass du mir helfest!
(Psalm 31, 3b)
Vertrauen wir Seinem Weg und ziehen wir mit Jesus hinauf nach Jerusalem.
Denn:„Allem bin ich gewachsen, durch den der mich stark macht.“
AMEN

