Impuls zum Fest
Christi Himmelfahrt
„Und er sah, dass es gut war.“ Gott ist mit seiner Schöpfung noch nicht am Ende –
wo wir Vollendung sehen, beginnt bei ihm etwas Neues.
Christus spricht:
Wenn ich erhöht werde von der Erde,
will ich alle zu mir ziehen.
(Johannes 12, 32)

„Und er sah, dass es gut war.“
Christi Himmelfahrt – ein unglaublich bewegender Tag, denn er beschreitet weiter den Weg der Erlösung.
Gottes Verheißungen setzen sich in gerader Linie fort.
Wieder ein Punkt, den Er auf seiner „To-Do-Liste“ abhaken kann.
Gut, das Ganze klingt jetzt vielleicht ein bisschen pragmatisch und emotionslos, doch das ist es keineswegs.
Denken wir doch einmal daran, wie es uns geht, wenn wir einen großen Meilenstein, eine immens wichtige Aufgabe in unserem Leben erreicht und vollendet haben. Sind wir dann nicht unglaublich glücklich – freudig, fröhlich, begeistert? Wir atmen tief durch, klopfen uns selbst auf die Schulter: „Gut gemacht!“ und schauen entspannt auf all das zurück, was wir auf diesem vielleicht langen und harten Weg erlebt haben.
Warum sollte es bei Gott anders sein – er wurde Fleisch und lebte unter uns. (vgl. Johannes 1,14)
Wie wird Er sich wohl gefühlt haben nach all den Stunden, Tagen und Jahren im Leben Jesu – mit all den Hochs und Tiefs, den sanften und mitunter harten Wegen, den Prüfungen und Herausforderungen?
Wie überaus zufrieden und erleichtert muss Er gewesen sein als Jesus, sein Sohn, endlich heimgekommen ist. Welche Freude und Dankbarkeit wird es Ihm bereitet haben, auch diese Verheißung – die Erhöhung seines Sohnes – wahr werden zu lassen.
Und vor mir baut sich ein Bild auf, wie Gott sich entspannt in Seinem Thron zurücklehnt und sagt: „Ja, es war hart und er musste viel erleiden. Aber auch dieser Teil meines Erlösungswerkes ist nun vollbracht. Die Weichen sind gestellt, mein Sohn kommt nach Hause und kann vollenden, was ich durch Ihn begonnen habe. Es ist vollbracht -und jetzt geht es weiter.“
Und Gott schaut auf die Erde hinab und sah, „dass es gut war“.
Klingt ein wenig nach der Schöpfungsgeschichte, oder?
Am Anfang schuf Gott
(1. Mose 1,1a)
Ob sich Jesu Leben wohl in diese Schöpfungsgeschichte einreiht?
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott,
und Gott war das Wort.
(Johannes 1,1)
Oder ist es gar eine neue Schöpfungsgeschichte, so wie Paulus es für unser Leben beschreibt?
Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur;
das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
(2. Korinther 5,17)
Ist der neue Bund – das Neue Testament – nicht gleichzeitig auch eine „neue Schöpfung“, eine zweite Schöpfung?
Wir sind in Christus eine neue Kreatur, eine neue Schöpfung geworden.
Und aus Jesus geht diese neue Schöpfung hervor.
Spielen wir diesen Gedanken doch mal durch und betrachten das Leben Jesu als eine neue Schöpfungsgeschichte. – im zweiten Teil unseres Impulses –

