Impuls zum
Altjahresabend
31.12.2025

Der Altjahresabend lässt uns nicht davonlaufen:
Er hält uns an, damit wir sehen, was wir sonst übersehen würden.

Meine Zeit steht in deinen Händen
(Psalm 31,16a)

nur DU & ich

Meine Zeit steht in deinen Händen.

So lautet der Bibelvers für diesen Altjahresabend.

Dieser Tag, dieser Abend, trennt nicht nur das alte von dem neuen Jahr, seit jeher sehen Menschen in diesen Stunden eine Chance zur Erneuerung.
Es ist, als würden wir durch eine Tür in das kommende Jahr hineingehen. Jedes Jahr aufs Neue, nehmen wir uns gute Vorsätze vor. Was im vergangenen Jahr nicht gelungen ist, soll im nächsten besser werden.

Aber woran lag es eigentlich, dass manches anders kam als erhofft?
Wer hat es gewollt und wer versucht? Wir selber? 

„Meine Zeit steht in deinen Händen.“ 

Heute, an diesem letzten Tag des alten Jahres, stehen wir direkt vor dieser „Neujahrstür“ und halten die Klinke schon in der Hand.
Was wird uns erwarten?
Wer wird uns begegnen?

Das wir durch diese Tür gehen ist unausweichlich. Doch bevor wir die Klinke herunterdrücken und den Schritt ins neue Jahr wagen, sollten wir diesem letzten Tag noch einmal die gebührende Aufmerksamkeit schenken. Denn sowohl in den Psalmworten Davids – „Meine Zeit steht in deinen Händen“ – als auch in diesem besonderen Tag schwingen Demut und tiefe Hoffnung mit.

Wir sind gerade von der Krippe aufgestanden, haben ein letztes Mal in dieses sanfte, unschuldige Gesicht des Kindes geblickt. Sein Lächeln wirkt noch tief in unseren Herzen: Hoffnung, Zuversicht, Vertrauen, dass Gott Sein Wort hält. Er ist treu und führt ans Ziel. Und dieses Gefühl der Demut & Hoffnung sollte uns nicht nur am Heiligen Abend erfüllen, sondern uns auch ins neue Jahr begleiten. 

Demut, wenn wir auf das alte Jahr, mit all seinen Facetten zurückblicken und 
Hoffnung, wenn wir in das neue Jahr, mit all seinen neuen Möglichkeiten hineinschauen. 

Die Demut des Alten 

Paulus schreibt an die Korinther: „Das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden.“ (2. Korinther 5,17b) Er bezog dies zwar auf das neue Leben in Christus, doch genauso können sie auch als begleitender Zuspruch dienen, wenn wir heute die Tür zum neuen Jahr öffnen. Und nicht nur heute – Paulus spricht in jede Situation, egal ob heute, morgen oder übermorgen hinein und bietet uns die Möglichkeit, das Alte hinter uns zu lassen, und Neues zu beginnen. 

„Das Alte ist vergangen.“ 

Wir haben viel erlebt, geschaffen und getragen – manches Schöne, manches Schwere. Viele Menschen sind uns in diesem Jahr begegnet, haben uns geprägt und begleitet. Und jeder und ein jedes hat uns, auf seine ganz besondere Weise, ein „Lebens“päckchen mitgegeben.

Nehmen wir uns heute, an diesem letzten Tag im Jahr, Zeit zurückzuschauen und das Jahr Revue passieren zu lassen.

Betrachten wir all die „Lebens“päckchen, die nun auf unseren Schultern lasten und sortieren wir aus. Konsequent. Mit leichtem Gepäck sollen wir in das neue Jahr gehen.

Freude und Lachen, Trost und Dankbarkeit, Güte und Demut, all dies dürfen wir im Herzen tragen.
Wut und Zorn, Angst und Sorgen, Hass und Anfeindungen haben weder auf unseren Schultern noch in unseren Herzen etwas verloren.

Fragen wir uns:
Was war in diesem Jahr?
Welche Höhen und Tiefen haben uns geprägt?
Welche Prüfungen haben wir durchlaufen, welche Verletzungen erlitten?
Welche Wunden wurden aufgerissen und nicht wieder verschlossen?
Wie tief klaffen diese Wunden (Punkte)?

Und vor allem: Wo haben wir Gott erlebt?
Erkennen wir die Momente, in denen Er uns ganz nahe gewesen ist, wo Er uns geholfen, uns geleitet, geheilt und für uns gekämpft hat.

Haben wir seine Nähe gespürt? Seine Hand? Seine Stimme? Seine Wegweisung?

Es ist nicht immer leicht, sich vollkommen in die Hand Gottes fallen zu lassen. Und doch dürfen wir darauf vertrauen, dass Er da ist und uns durch Seinen Heiligen Geist führt.

Erst vor wenigen Tagen haben wir Jesus, das Licht der Welt, neu empfangen.
Wir haben Seine Geburt gefeiert. Gottes Menschwerdung. Wir haben das Kind in der Krippe in die Arme genommen und es in unserem Leben Willkommen geheißen.
Nicht Jesus hat das Licht der Welt erblickt, sondern die Welt hat das wahre Licht empfangen. Wir haben das wahre Licht empfangen.

Und deshalb ist es nicht gut, wenn wir in unserer Finsternis verharren und nur zu sehen, wo Gott angeblich nicht bei uns gewesen ist. Erinnern wir uns heute bewusst an die Momente, in denen Er uns begegnet ist und uns getragen hat.

Treten wir aus der Dunkelheit in das Licht Jesu. Werden wir uns immer mehr der Gegenwart Gottes bewusst. Nicht nur am Heiligen Abend, nicht nur an der Krippe, sondern an jedem Tag unseres Lebens.

Schauen wir in Demut und Dankbarkeit auf unser Altes.

AMEN

Und die Hoffnung dieses Altjahresabend erklingt im zweiten Teil dieses Impulses.

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