Impuls zum
9. Sonntag nach Trinitatis
Teil 2
Gottes Vertrauen in uns bleibt nicht folgenlos. Es wird zu einer Aufgabe, die uns herausfordert
und zugleich befähigt, über uns hinauszuwachsen.
Wem viel gegeben ist,
bei dem wird man viel suchen;
und wem viel anvertraut ist,
von dem wird man um so mehr fordern.
(Lukas 12, 48b)

Was Gott uns anvertraut
Wenn aus Vertrauen Verantwortung wird
Knüpfen wir noch einmal kurz an das eben gehörte an – an das Gleichnis von den „anvertrauten Talenten“ – und richten den Blick auf den letzten der drei Diener.
Die Quintessenz des Gleichnisses ist: Es ist unsere Aufgabe als Nachfolger Jesu, unserem Gott mit ganzem Herzen und mit all unserer Kraft zu dienen. BIS unser Herr wiederkommt. Punkt.
Aber es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Deshalb gibt uns Jesus in seinem Gleichnis auch eine Warnung mit auf den Weg:
Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte
und forderte Rechenschaft von ihnen.
(Matthäus 25,19)
Rechenschaft: Was wir mit Gottes Gabe tun
Rechenschaft für das, was wir getan – oder gerade nicht getan – haben.
Alle drei Diener ziehen los. Aber nicht alle kommen ans Ziel.
Wenn Vertrauen brüchig wird
Das Gleichnis zeigt uns, wie schnell das Feuer unseres Glaubens erlöschen kann, wie schnell Gottes Zusagen vergessen oder seine Wahrheit verdreht wird, wenn unser Vertrauen nicht fest auf Jesus Christus gegründet ist. Wie schnell Liebe und Hingabe, Eifer und Ehrfurcht vor Gott verfliegen, wenn der Himmel gerade einmal nicht voller rosa Wölkchen hängt.
Gottes Liebe – unser Auftrag
Gott gibt uns unendlich viel. Er gibt sich uns ganz hin. Er gibt uns das Kostbarste, was Er hat, und Er beschenkt uns mit Seiner bedingungslosen Liebe. Aber Er möchte im Gegenzug auch unseren unbeirrbaren Glauben, unsere Standhaftigkeit, unsere feste Zuversicht und unsere vollkommene Hingabe.
Die Gabe in unserer Hand
Gott gibt, noch bevor wir Ihm etwas geben können.
Er beschenkt uns mit „Talenten“, mit Gaben, mit materiellen und immateriellen Dingen. Er legt sie in unsere leere Hand.
Können wir wissen, was daraus einmal erwachsen wird?
Können wir wissen, wie sich die Talente entwickeln und vermehren werden?
Wenn wir Gottes Gabe vergraben
Wir werden es nie erfahren, wenn wir die kostbare Gabe Gottes – wie dieser eine Diener – nur sicher in einem dunklen Schächtelchen, unter der Erde, in unserem Inneren verbergen.
Es ist an uns, die Gabe Gottes, in der so unendlich viel Potenzial, Kraft und Leben steckt, anzunehmen und sie einzusetzen, weiterzugeben und anderen Menschen an seiner Herrlichkeit teilhaben zu lassen.
Der Weg ist bereitet
Gott hat uns nicht nur dieses Talent in die Hand gelegt, Er hat auch alles dafür vorbereitet, dass wir es einsetzen können. Er hat seinen Verwaltern im Vorfeld alles gelehrt, was sie brauchen, um Sein Werk verantwortungsvoll und fruchtbringend weiterzuführen.
Der Weg ist bereitet. Es ist an uns, den Weg Jesu im VERtrauen auf Gott zu gehen. Es ist an uns, uns in Seinen Dienst zu stellen und die Talente zu nutzen, die Gott in uns gelegt hat – auch und gerade dann, wenn es uns harte Arbeit, viel Mühe und manche Träne kostet.
Wir dürfen auf das VERtrauen, was Er uns ZUtraut.
Ja, das klingt oft einfacher, als es ist. Die Einflüsse der Welt haben uns verändert. Wenn wir uns nicht auf die Seite der Macht und des Ruhmes und damit gegen Gott gestellt haben, ist unser Selbstwertgefühl mitunter auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Und doch will Gott gerade uns – die, die sich klein und unbedeutend fühlen. Diese Zusage zieht sich durch die ganze Heilige Schrift.
Gottes Ruf – unsere Berufung
Mose, ein Schafhirte.
David, ein Schafhirte.
Salomo, das Kind einer unfruchtbaren Frau aus einer einfachen Familie.
Jesus, ein Zimmermann.
Petrus, ein Fischer.
Matthäus, ein verhasster Zöllner.
Paulus, ein Christenverfolger.
Nur ein paar Beispiele – aber all diese Personen waren zunächst keine einflussreichen und mächtigen Männer im Reich Gottes.
Doch all diese Persönlichkeiten vertrauten Gott und wuchsen immer mehr durch Ihn. Sie vertrauten Gott, riskierten etwas, blieben Seinen Weisungen treu und verantwortungsvoll ergeben – und wurde so mit immer Größerem betraut.
Und Gott hat auch uns „besondere“ Gaben und Talente gegeben – einem jeden von uns. Und er hat uns dazu befähigt, diese Gaben fruchtbringend für Sein Reich einzusetzen. Jesus hat uns dazu bevollmächtigt. Wir müssen es jetzt nur tun!
Wir müssen Gott VERtrauen.
Wir müssen auf die Worte und die Kraft Jesus VERtrauen.
Und wir müssen schlussendlich auch uns (VER)trauen.
Sich-Trauen im Auftrag Gottes
Und wir können uns trauen!
Wir können uns trauen Seinen Weisungen zu folgen, weil Er uns mit allem Nötigen ausstatten wird. Wir brauchen keine Angst vor dem Scheitern zu haben, wenn wir dem Weg und der Wahrheit Gottes treu bleiben und uns dadurch als vertrauensvolle Diener erweisen.
Wachsen in Gottes Vertrauen
Wenn wir Seine Gaben nach Seinem Willen einsetzen und gute Frucht aus ihnen hervorbringen, wird Er uns immer mehr Seiner kostbaren Saat, Seiner Gaben anvertrauen.
Das spiegelt sich auch in unserem Wochenspruch wider. Wir wachsen mit unseren Aufgaben – und damit wächst auch die Verantwortung für uns. Treu und Verantwortungsvoll dem Reich Gottes dienen.
Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen;
und wem viel anvertraut ist,
von dem wird man um so mehr fordern.
(Lukas 12, 48b)
Gottes Reich ist keine kleine Sache nebenbei. Es ist ein großes himmlisches Reich, in dem alles seine Vollendung finden wird. Gottes ganze, unglaubliche, wundervolle Schöpfung ist darin enthalten.
Wie kostbar und wertvoll.
Und in Seinem Reich gibt es viel zu tun. Wenn wir uns als gute und treue Arbeiter erweisen, wird Gott auch uns immer mehr ZUtrauen und anvertrauen.
Wenn wir seine Gaben allerdings unbeachtet lassen und sie nicht einsetzen, weil wir die Arbeit scheuen, nichts riskieren oder nicht gegen den Strom dieser Welt schwimmen wollen – aus Angst vor den Reaktionen anderer oder weil uns die Anstrengung zu groß und der eigene Gewinn zu klein erscheint –, dann verfehlen wir unsere Berufung.
Wenn wir seine Gaben, seine Möglichkeiten, seinen Willen ablehnen, wenn wir uns nicht zutrauen, was Gott uns zutraut, dann wird uns auch das Wenige, das wir empfangen haben, wieder genommen werden. Und wir werden nicht in den Genuss seines überreichen Segens kommen.
Für Gott ist nichts unmöglich
Er hat die Macht, uns für das Unglaublichste in unserem Leben zu befähigen. Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen. Wir dürfen vertrauen, Jesus folgen und tun, was Gott von uns fordert.
Vielleicht stellt er dabei unser Leben vollkommen auf den Kopf. Vielleicht werden wir Überraschungen erleben, Neues erfahren, Unerwartetem gegenüberstehen, neue Menschen kennenlernen, andere verlieren. Vielleicht werden wir schlaflose Nächte haben, Tränen der Angst, Einsamkeit, Verzweiflung und auch Liebe vergießen. Aber in allem werden wir etwas unendlich Kostbares gewinnen: Gottes Gegenwart, Gottes Herrlichkeit und ein Leben in seiner Ewigkeit. Wir dürfen uns TRAUEN.
Vertrauen, das Frucht bringt
Haben wir das VERtrauen in Gott, um etwas zu riskieren?
Haben wir das VERtrauen in Gott, dass Er uns befähigt und beisteht in allem, was wir durch Ihn und für Ihn tun werden?
Haben wir das VERtrauen in Gott, um Seine Gaben fruchtbringend einzusetzen, auch wenn es unser Leben gänzlich durcheinander wirbeln wird?
Haben wir das VERtrauen in Gott, um das scheinbar Unmögliche möglich werden zu lassen?
Wir haben es.
VERtrauen wir Gott, gebrauchen wir die Talente, die Er uns schenkt und mehren wir sie!
AMEN

