Sternenreicher Himmel in Blau , Lila und Pinktönen mit hellem Stern und Pfeil; Schriftzug „6. Sonntag nach Trinitatis“.

Impuls zum
6. Sonntag nach Trinitatis

Die Taufe beginnt dort, wo wir unser Ja zu Gott sprechen und erkennen,
dass echter Glaube im Herzen entsteht und unser Leben verwandelt.

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob,
und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht,
denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei
deinem Namen gerufen. Du bist mein.
(Jesaja 43,1)

Kosmischer Himmel mit Sternen und farbigen Nebeln; darüber steht Jesaja 43,1 über Gottes Ruf und Erlösung.

JA – ich will!

Der 6. Sonntag nach Trinitatis steht ganz unter dem Zeichen der Taufe – unserem „Ja“ zu Jesus, unserem „Ja“ zu Gott, unserem „Ja“ zu einem neuen Leben.

Das Sakrament der Taufe – mehr als ein Akt

Betrachten wir die Taufe nur als Zeremonie, ist sie zwar ein Besonderer, aber letztlich nur ein äußerlicher Moment. Sie ist wie eine Kirchentür – der Eintritt in eine Institution. Doch ist sie auch unser Weg zu Gott?

Jesus sagt:

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben?
(Johannes 14,6)

Die wahre Taufe im Herzen

Eine Taufe ist mehr als der Vollzug einer vorgeschriebenen Handlung. Sie trägt einen starken emotionalen Wert.

Es geht nicht nur darum, vor das Taufbecken zu treten, ein paar Worte zu hören und Wasser über das frisch frisierte Haar geträufelt zu bekommen. Hinter diesem öffentlichen Akt liegt so viel mehr – eine tiefe innere Bewegung.
Ja, ich will – aus tiefstem Herzen

Die wahre Taufe gleicht einer Vermählung: ein „Ja“ zweier Menschen, die zueinander gehören. Zuerst kommt das Zueinanderfinden – das tiefe Gefühl von Gemeinschaft, Treue und Liebe. Die Bindung im Herzen, der gemeinsame Weg, der gleiche Herzschlag. „Ja, ich will – aus tiefstem Herzen heraus!“

Die feierliche Zeremonie – die Taufe – ist das i-Tüpfelchen: unser öffentliches Bekenntnis zu Gott. „Ja, ich will – und ich zeige des der ganzen Welt.“

Ein wahrhaft bedeutsames Ereignis, dass heute jedoch oft von seiner inneren Bewegung getrennt wird.

Damals wie heute – Gottes Ruf bleibt

Die Taufe ist keine neuzeitliche Erfindung. Jesus selbst hat sie vor über 2000 Jahren mit dem Auftrag zur Taufe „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ als Wendepunkt des Glaubens eingesetzt.
Sie ist von Gott gegeben und entspricht der Beschneidung des Herzens, die Gott schon zu Mose Zeiten angekündigt hat.

Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden
und das Herz deiner Nachkommen, damit du den HERRN,
deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele,
auf dass du am Leben bleibst.
(5. Mose 30,6)

Im Äußeren – im Inneren

Das äußere Zeichen und die innere Veränderung gehören zusammen – sie bilden unseren Weg des Glaubens, unseren Weg zu Gott.

Somit steht fest: Unsere Taufe ist nicht nur ein äußerlicher Akt. Sie ist vor allem ein Wandel im Herzen. In diesem inneren Moment erkennen wir Gott – als Schöpfer, Herrn und einzig wahren Gott und ewigen Vater.

Und Gott? Er hat uns längst gerufen – weit vor unserer Umkehr und unabhängig vom äußeren Akt unserer Taufe.

Gott – Ewigvater

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn zeigt es sehr eindrücklich (Lukas 15, 11-32)

Rückblick:
Ein Vater hat zwei Söhne. Der jüngere Sohn ist es leid, tagein, tagaus auf dem väterlichen Hof zu wohnen und zu arbeiten. Die Welt da draußen scheint so viel mehr zu bieten. Er lässt sich seinen Erbteil auszahlen und zieht los.

Doch das Leben „da draußen“ ist weder einfach noch unbeschwert. Die Welt kennt ihn nicht, nutzt ihn aus und lässt ihn fallen. Am Ende zerbricht er innerlich. Hier ist er nicht mehr „der Sohn“, sondern nur „ein Mensch“ – einer unter vielen.

Die innere Bewegung

Dann vollzieht sich ein Wandel in ihm – die „innere Taufe“. Er bereut seine Wege, spürt Sehnsucht nach Gemeinschaft, Anteilnahme und Liebe – auch nach dem Leben, das Mühe und Arbeit einschließt.

Er möchte wieder „Kind“ sein und entscheidet sich für die Umkehr und Heimkehr zum Vater.

Und der Vater?
Er ist nicht überrascht oder enttäuscht.
Er ist überglücklich.
Er hat längst gewartet und empfängt ihn mit offenen Armen.

Der äußere Zeichen

Die Freude des Vaters ist groß und zeigt sich in einer großen Willkommensfeier. Der öffentliche Akt – das äußere Zeichen dessen, was im Herzen bereits geschehen ist: JA, ich will – zurück zum Vater.

Das doppelte JA

Ein JA des Vaters:

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob,
und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht,
denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei
deinem Namen gerufen. Du bist mein.
(Jesaja 43,1)

Ein JA des Sohnes:

Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden
und das Herz deiner Nachkommen, damit du den HERRN,
deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele,
auf dass du am Leben bleibst.
(5. Mose 30,6)

AMEN

Im zweiten Teil gehen wir diesem Bibelvers noch ein bisschen tiefer auf die Spur.

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