Impuls zum
5. Sonntag nach Trinitatis
Teil 2
Glaube ist Ursprung und Zentrum, weil er uns verändert,
uns bewegt und durch uns wirkt.
Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben,
und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.
(Epheser 2,8)

Glaube – Ursprung und Zentrum
Der Glaube ist seit jeher Ursprung und Zentrum unseres Lebens.
Schon als Gott Mose die Gebote gab, als Ordnungen, Feste und Rituale festgelegt wurden, lag allem ein Ursprung zugrunde: der Glaube, geboren aus einem reinen Herzen.
Glauben können wir nicht kaufen. Er ist keine Leistung, kein Zufallsgewinn. Er ist Gottes Geschenk – Seine Gabe, Sein Werk in uns.
Noah baute eine Arche in der Wüste, obwohl kein Tropfen Wasser weit und breit zu sehen war. Warum? Nicht wegen eines Gesetzes, sondern weil er Gott vertraute.
Abraham stieg mit Isaak auf einen Berg, bereit, seinen eigenen Sohn zu opfern. Warum? Nicht wegen eines Vertrages, der ihm Größeres versprach, sondern weil er Gottes Zusage glaubte.
Mose führte ein jammerndes und murrendes Volk durch die Wüste. Wie schaffte er das? Nicht aus eigener Kraft, sondern weil Gott ihn stärkte.
Die Propheten hielten unbeirrt an Gottes Wort fest und verkündeten, was die Menschen nicht hören wollten. Einsam, verlassen, ausgegrenzt und „ausgebuht“. Warum? Nicht weil es bequem war, sondern weil Gottes Wahrheit in ihnen brannte.
Sie alle haben Gott nie gesehen – und doch folgten sie Ihm. Warum?
Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben,
und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.
(Epheser 2,8)
Sie alle lebten aus dem, was Gott in ihr Herz gelegt hatte. Nicht aus Angst, nicht aus Pflicht, sondern aus Glauben.
Glaube – der verändert
Auch im Neuen Testaments bleibt der Glaube Ursprung und Zentrum.
Maria, ein einfaches Mädchen, glaubte – und das Unmögliche wurde möglich.
Josef, ein gestandener Mann, glaubte – und bewahrte das Leben des Kindes.
Die Jünger, einst Fischer, Zolleintreiber, Verlierer und Hoffnungslose, glaubten – und ließen alles zurück.
Paulus, einst fanatisch und gesetzestreu, glaubte – und die Welt wurde verwandelt.
Sie alle erkannten Gottes Wesen nicht nur in Worten, sondern mit dem Herzen. Sie sahen keinen strengen Herrscher, sondern ein liebendes Herz.
Zwischen all den Buchstaben des Gesetzes entdeckten sie das Leben – das wahre Leben in Gottes Gnade.
Glaube – der bewegt
Wo stehen wir?
Lesen wir nur – oder glauben wir?
Folgen wir Gottes Wort – oder unseren eigenen Vorstellungen?
Lassen wir uns leiten – oder halten uns Ängste zurück?
Glauben heißt vertrauen. Vertrauen heißt sich trauen. Und wo Vertrauen wächst, wird eine Fülle an Frucht erwachsen.
Aber dann gibt es auch Menschen, die sind wie der fruchtbare Boden,
auf den die Saat fällt: Sie hören Gottes Botschaft,
verstehen sie und bringen Frucht,
hundert-, sechzig- oder dreißigfach.
(Markus 13,32)
Noahs Glaube brachte Leben.
Moses Glaube brachte Freiheit.
Salomos Glaube brachte Weisheit.
Marias Glaube brachte den Erlöser.
Simons Glaube brachte die Gemeinde.
Paulus Glaube brachte Christus zu allen Nationen.
Und Jesus brachte Liebe, Erlösung und Gemeinschaft.
Glaube – der wirkt
Manchmal erscheint uns ein Gedanke oder ein Weg völlig irrational. Unsere vertraute Landkarte zeigt nur noch Umleitungen, Sackgassen oder gar ein „Ende Gelände“.
Doch Gott irrt sich nicht. Und an die Stelle unserer alten Landkarte tritt sein göttliches Navi: Es leitet uns um Umleitungen herum, aus Sackgassen heraus und weit über jedes vermeintliche Ende hinweg bis ans Ziel.
Dieses göttliche Navi heißt: GLAUBE!
Gott hat uns die Gnade des Glaubens geschenkt. Er ruft – und befähigt.
Jetzt ist es an uns. Glauben wir? Vertrauen wir?
Gott kennt unsere wahren Grenzen – und führt uns darüber hinaus.
Das ist Glaube!
Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben,
und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.
(Epheser 2,8)
Der Glaube lässt uns Wege gehen, die wir uns selbst nicht zutrauen würden.
Er lässt uns hoffen, vertrauen, standhalten – auch wenn wir belächelt oder gar verspottet werden.
Nachfolge heißt glauben.
Glauben an Gott, der uns geschaffen hat.
Glauben an Jesus, der uns den Weg gezeigt hat.
Glauben an den Heiligen Geist, der in uns lebt und uns befähigt ein Leben zu führen, das Gott gefällt.
Gottes Gabe ist es, die uns leben lässt.
Amen

