Impuls zum
4. Sonntag nach Trinitatis
2. Teil
Nachfolge wächst dort, wo wir Christus im Alltag begegnen –
in unserem Dienst, unseren Entscheidungen und in der Liebe, die wir weitergeben.
Einer trage des anderen Last,
so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
(Galater 6,2)

Wo Nachfolge wächst –
Christus im Alltag begegnen
Nachfolge – Ja oder nein?
Die Nachfolge Christi verändert uns – aber nicht einfach so über Nacht. Es ist ein Prozess, ein Wachstum. Wie ein Samenkorn beginnt auch der Glaube – im Kleinen, und Schritt für Schritt formt Jesus unser Leben.
Nachfolge zu Leben bedeutet nicht, dass wir alles aufgeben müssen. Keine Sorge: Wir brauchen keinen neuen Job in einem christlichen Werk, kein Ehrenamt in einer Hilfsorganisation, keine radikale äußere Veränderung. Die „Arbeit im Weinberg“ geht weit über unser weltliches Denken hinaus. Sie beginnt genau da, wo wir stehen.
Unser Arbeitsplatz, egal ob wir im weltlichen oder geistlichen Dienst stehen – dient dem Höchsten.
Unser Zuhause dient dem Höchsten.
Unser Tun und Lassen dient dem Höchsten.
Christus ist in uns – überall und jederzeit.
Und genau nach diesen Maßstäben sollen wir unser Leben führen. CHRISTUS IN UNS!
Unser Dienst – unsere Erfüllung
Unsere Berufung ist es, ein Leben zu führen, das Gott gefällt und Ihn ehrt.
Wenn Jesus unser Herz berührt, dann ist Gott in unserem Leben aktiv. Er nimmt uns in Seine Familie auf und öffnet uns Sein wunderbares Reich.
Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden
und das Herz deiner Nachkommen, damit du den HERRN,
deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele,
auf dass du am Leben bleibst.
(5. Mose 30,6)
Unsere Herzen werden bereitet für unseren Dienst im Herrn.
Diese „Beschneidung“ ist wie ein (Ein-)Schnitt in unserem Leben, der das Alte vom Neuen trennt. Gott schreibt Sein Gesetz – das Gesetz der Liebe – in unsere Herzen.
Gottes Gaben
sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR:
Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben,
und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.
(Jeremia 31,33)
Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm:
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und erste Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben
wie dich selbst« In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz
und die Propheten.
(Matthäus 22,37-40)
Gott legt ein unendlich kostbares Geschenk in unsere Hände.
Ein Geschenk, das wachsen will und Frucht bringt.
Ein Geschenk, das Seine Kraft und Liebe widerspiegelt.
Es ist ein Geschenk, das gebraucht werden will – kein Artefakt, das in einer Glasvitrine verstaubt oder als Prestigeobjekt dient.
Es ist ein Geschenk, das durch Wort und Tat die Wüste unseres Lebens zum Erblühen bringt.
Ein Dienst, der trägt
Doch nicht nur unsere eigene Wüste.
Unsere Aufgabe in Gottes Reich ist klar:
Gott lieben und unsere Mitmenschen lieben!
In der Welt herrschen Druck, Erwartungen und Perfektionismus.
Gott dagegen sagt: Lebe einfach!
Lebe nach Meiner Stimme, Meinem Geist, Meinem Wort
Lebe einfach!
Alles, was du brauchst, gebe ich dir.
Wenn wir Jesus folgen, verändert er uns von innen heraus. Wir erkennen Seine Liebe und werden fähig auch anderen mit dieser Liebe zu begegnen – selbst in schwierigen Umständen.
Das ist unsere Berufung: Gottesliebe und Nächstenliebe.
Gott zu ehren, Seine Schöpfung zu bewahren, Seine Herrlichkeit zu bezeugen und Menschen zu Ihm zu führen.
Ein Leben in Christus ist eine Berufung fürs Leben.
wahre Freiheit – der Blick ins Herz
Vor Gott sind wir alle gleich. Niemand ist besser oder schlechter.
Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein! (vgl. Johannes 8,7)
Kannst du werfen?
Ich nicht.
Wir sehen nur „das Äußere“. Wir sehen was wir sehen wollen oder was uns andere zeigen.
Gott aber sieht das Herz. Er lässt sich nicht von Macht, Ruhm oder Besitz beeindrucken.
Wir alle sind gleich. Deswegen ist es wichtig, dass wir uns einander stärken, helfen und im Glauben stützen.
Einer trage des anderen Last,
so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
(Galater 6,2)
Simon von Kyrene trug das Kreuz Jesu. Er trug seine Last.
Wessen Kreuz tragen wir?
Auch wenn es dem ein oder anderen nicht gefällt und vielleicht abschreckt – Nachfolge ist kein Wohlstandsevangelium. Sie ist ein Geschenk. Sie ist Frieden und Erfüllung zugleich.
Doch sie ist auch herausfordernd. Sie ist ebenso ein Weg der Hingabe, Demut und Liebe, selbst wenn uns nicht danach ist. Es ist ein steter Kampf zwischen Gut und Böse – Geist und Fleisch. Doch eines ist gewiss: Gott gewinn den Kampf.
Wir sind berufen barmherzig und hilfsbereit zu sein, selbstlos zu handeln, zu helfen und zu unterstützen.
In Wort und Tat sind wir berufen die frohe Botschaft zu verkünden, das Evangelium zu leben, Menschen zu Gott zu führen, sie zu ermutigen und im Glauben zu stärken.
Gemeinschaft die stärkt
Einer trage des anderen Last,
so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
(Galater 6,2)
Paulus erinnert uns daran, einander zu tragen, Freude und Leid zu teilen. Das ist Nächstenliebe. Das ist „Christus in uns“.
Gutes tun, anstatt am Bösen festzuhalten, und anderen in Gottes Güte und Gnade zu begegnen.
Leben wir als Kinder Gottes.
Leben wir als ein Leib.
Stärken wir einander – im Glauben und im Leben.
Hingabe für Gott – und füreinander.
Amen

