Impuls zum
2. Sonntag nach Trinitatis
Teil 3
„In Seinem Frieden finden wir unseren Frieden.“
Bei Gott ist der Ort, an dem unsere Seele Frieden findet.
Kommt her zu mir, alle,
die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
(Matthäus 11,28)

Bei Ihm zuhause
Welch Trost
Gott hat sich für uns entschieden.
Welch unglaublicher Trost.
Gott ist da und lässt uns zu sich kommen. Egal, was auf unseren Schultern lastet. Er lädt uns zu sich ein – in Seinen Frieden, in Seine Ruhe.
All die schweren Lasten, die uns niederdrücken und schwerfällig oder gar starr werden lassen. All die Sorgen und Probleme, die uns immer mehr in die Dunkelheit unserer Selbst hinabziehen – wir dürfen es bei Ihm ablegen und durchatmen.
Wir dürfen aufatmen und uns aufrichten. Wir dürfen uns gerade machen und ausstrecken. Ausstrecken nach mehr – nach Erholung, Ruhe und Frieden. Ausstrecken nach Gott und dem, was Er für uns vorbereitet hat – nach Seinem Segen, Seiner Kraft, Seiner Führung und Seiner Zukunft.
Welch unglaublicher Trost und tiefer Friede.
Kommt her zu mir, alle,
die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
(Matthäus 11,28)
Am göttlichen Tisch
Wenn ich diese Einladung höre, muss ich ein Stück weit an die Abendmahls-Szene denken.
Ein großer Tisch, liebevoll vorbereitet von Jesus. Gedeckt mit allem, was wir zum Leben brauchen.
Ich kann die Jünger sehen und ihre freudigen und zugleich aufgeregten Stimmen hören. Die ganze Atmosphäre ist erfüllt von duftendem Brot und erfrischendem Wein, von fröhlichem Lachen und tiefgründigen Fragen. Sie alle haben in den letzten Jahren so unglaublich viel erlebt. Sie haben Jesus auf Seine ganz besondere Art und Weise kennengelernt.
Und jeder von Ihnen brachte eine ganz eigene Vergangenheit mit. Sie standen plötzlich vor Jesus: mit einem übervollen Rucksack, mit Koffern voller schwerer Lasten oder sogar mit einem Karren voller Mist.
Und Jesus sagte ihnen und uns:
Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken!
Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig;
so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
(Matthäus 11,28-30)
Sein Joch ist sanft und Seine Last ist leicht.
Für unsere Nachfolge, für ein Leben im Glauben ist es wichtig, dass wir „ablegen“ – uns lösen von weltlichen Sorgen, Gedanken und Ängsten. Wir können sie getrost Gott übergeben. Denn wir sollen frei sein – frei für das, was ER uns in die Hände legt.
Wie wollen wir das Gute von Gott empfangen, wenn unsere Hände das Schlechte der Welt umklammern?
Wie wollen wir Gottes Freiheit empfangen, wenn wir an Zwängen festhalten?
Wie wollen wir vorwärtskommen und Jesus folgen, wenn uns die schweren Lasten schwerfällig und starr werden lassen?
Mit solchen „Klammeraffen“ ist kein Blumentopf zu gewinnen, geschweige denn den Ehrenkranz in Gottes Reich.
Doch Gott hält diesen bereits für uns bereit und noch besser: Er hat schon unseren Namen darin eingraviert. (vgl. Offenbarung 2,17)
Deshalb wird Gott alles daransetzen, dass wir diesen Siegeskranz auch erhalten. Du auch?
Unser Platz bei Ihm
So unterschiedlich wie die Jünger damals, so unterschiedlich sind auch wir heute. Und so vielschichtig ergeht Gottes Einladung an uns – an jede einzelne, ganz individuelle Persönlichkeit und doch an die Gemeinschaft in Christus. Wir sind alle verschieden, wir tragen alle unterschiedliche Lasten, und dennoch sitzen wir alle bei Gott an einem Tisch und laben uns an ein- und demselben Brot und Wein.
Egal ob arm oder reich, glaubend oder zweifelnd, handwerklich oder kaufmännisch begabt, egal ob gut oder sündig – wir alle sind wir eingeladen an Gottes Tisch Platz zu nehmen und eine große Gemeinschaft zu bilden. Eine Gemeinschaft, die eines verbindet: Jesus, die Liebe Gottes.
Es ist unsere Entscheidung: Nehmen wir die Einladung an oder lehnen wir ab.
Doch bedenke: Eine Absage ist schnell ausgesprochen, doch im Nachgang oft bereut.
Jesus ruft uns zu: „Kommt her, nehmt an meinem Tisch Platz, legt eure Sorgen und Nöte ab, lasst uns feiern und fröhlich sein. Esst und trinkt von meinen Gaben und lasst euch von mir stärken“.
Gott bietet uns mehr als Seinen Schutz, Seine Versorgung, Seine Ruhe und Seinen Frieden. Er schenkt uns Seine Kraft, Seinen Mut und Seine Zuversicht.
Er zeigt uns, wie wichtig und kostbar jeder Einzelne in Seinem Reich ist und dass jeder an Seinem Tisch willkommen ist. Freunde, Hausgenossen Gottes mit unterschiedlichen Charakteren und Gaben – eine Gemeinschaft in Christus.
Schlagen wir Seine Einladung nicht aus. Nehmen wir sie an und nehmen wir unseren Platz an Seinem Tisch ein.
AMEN

