Impuls zum
2. Sonntag nach Trinitatis
Teil 2
Was wir auch tragen, dass tragen wir nicht allein –
Gott sieht uns alle.
Kommt her zu mir, alle,
die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
(Matthäus 11,28)

Wir alle
Zweisamkeit statt Einsamkeit
In unserem Bibelvers für diese Woche steckt noch mehr. Es ist nicht nur die Einladung Gottes an dich oder mich. Es ist eine Einladung an uns alle!
Gott reicht uns seine Hand – dir und mir. Aber auch:
deinem Nachbar, der so ganz anders zu sein scheint als du.
Deinen Arbeitskollegen, der vor lauter Arbeit wieder Überstunden machen muss, obwohl seine Familie zu Hause schon lange auf ihn wartet.
Dem alten Mütterchen vor dir an der Kasse, die versucht mit ihrer mickrigen Rente über die Runden zu kommen.
Der alleinerziehenden Mutter, die mit ihrem Kind nicht in den Zoo gehen kann, weil das Geld dafür einfach nicht reicht.
Kommt her zu mir, alle,
die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
(Matthäus 11,28)
In Jesu Worten liegt die Kraft der Gemeinschaft – die Kraft des ganzen Leibes Christi. Die pure und bedingungslose Versorgung Gottes – für ALLE.
Der Problem-Berg
Es ist richtig: Jeder einzelne von uns steht mit seinem ganz speziellen Problem, mit seiner ganz eigenen Angst, vor seinem ganz persönlichen Berg – dem Mount Petra, dem Mount Hildegard, dem Mount Peter.
Doch wir müssen diese Berge nicht alleine bezwingen.
Auch in der Geografie hat jeder Berg seinen ganz eigenen Charakter, dennoch ist es ein Berg in einer Gebirgskette – Alpen, Anden, Himalaya oder auch der Sinai.
So ist es auch bei Gott.
Er sieht jeden einzelnen „Problem-Berg“. Er nimmt uns an die Hand, „erquickt“ uns, labt uns – schenkt uns neue Hoffnung und Kraft und geht ihn mit uns an.
Doch das tut Er auch für unseren Nachbarn, für unseren Arbeitskollegen und für das alte Mütterchen.
Gott schaut auf alle Menschen – ohne Ausnahme.
Denn des HERRN Augen schauen alle Lande,
dass er stärke, die mit ganzem Herzen bei ihm sind.
(2. Chronik 16,9a).
Der HERR schaut vom Himmel und sieht alle Menschenkinder.
Von seinem festen Thron sieht er auf alle, die auf Erden wohnen.
Der ihnen allen das Herz geschaffen hat, achtet auf alle ihre Werke.
[…] dass er ihre Seele errette vom Tode und sie am Leben erhalte in Hungersnot.
Unsre Seele harrt auf den HERRN; er ist uns Hilfe und Schild.
(Psalm 33, 13-15;19-20)
Und Gott sieht noch weiter: Er sieht auch den, der diese „Problem-Berge“ erst wachsen lasst. Wo unser Blickfeld begrenzt ist, dahin schaut Gott.
ob groß oder klein – ALLE sind gemeint
Wenn du denkst: „Meine Berge interessieren Gott doch gar nicht, da gibt es viel wichtigere Menschen und viel größere Berge, denen es zu helfen gilt.“, dann lass dir von Jesus sagen:
Kommt her zu mir, ALLE,
die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
(Matthäus 11,28)
Gott ist nicht als König, Großunternehmer oder Politiker gekommen – für die Großen, Mächtigen und Reichen. Er muss sich nicht durch Prestige profilieren.
Gott ist als Zimmermann in unsere Welt gekommen, in einem Stall geboren – für die Armen, Schwachen und Kranken; für die Suchenden, Verirrten und Einsamen.
Es ist nicht mehr nur das Volk Israel, welches in Seiner Gunst steht. Es sind nicht nur die Hochgeistlichen, die vom ihm gesehen und gestärkt werden.
Er will UNSERE Traurigkeit in Freude verwandeln.
Er will UNSERE Kraftlosigkeit mit Hoffnung und Zuversicht tränken.
Er will UNS mutig zur Seite stehen. Dir, mir – ALLEN.
Paulus spricht von einer Gemeinde – einem Leib in Christus – und genau das steckt in diesem Zuspruch.
So einsam wir uns auch fühlen, sind wir dennoch nicht allein. Wir alle haben Gottes Ermutigung und Hoffnung. Egal ob groß oder klein, reich oder arm, hoch angesehen und einflussreich in der Welt oder „nur“ im eigenen Zuhase geschätzt und geliebt.
Gott öffnet die Tore des Paradieses für uns ALLE. Er streckt uns Seine Hand entgegen und sagt: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. (Matthäus 11,28)
Wir alle haben das Anrecht auf Gottes Gnade, Wir alle stehen unter Seiner Gunst, Wir alle dürfen Seinen Segen empfangen.
Nicht wir entscheiden, wer von Gott „erquickt“ wird. Gott hat es schon längst getan und sich für uns alle entschieden!
AMEN
Einen letzten Gedanken möchte uns im 3. Teil noch mit auf den Weg geben.

