Babyhand in erwachsener Hand, darüber ein rosa Herz; Schriftzug „13. Sonntag nach Trinitatis“.

Impuls zum
13. Sonntag nach Trinitatis

Wir alle kennen Momente, in denen wir Orientierung suchen –
Augenblicke, in denen wir uns nach einer Antwort sehnen, die größer ist als wir.

Christus spricht: Was ihr getan habt
einem von diesen meinen geringsten Brüdern,
das habt ihr mir getan.
(Matthäus 25,40b)

Erwachsene Hand hält Babyhand, darüber ein zartes Herz; Text aus Matthäus 25,40 über Liebe und Dienst am Nächsten.

Tu das – und du wirst leben.

Heute, am 13. Sonntag nach Trinitatis, geht es um etwas ganz Besonderes: um die Liebe Gottes selbst.
Die Liebe von Gott zu uns.
Die Liebe von uns zu Gott.
Und – davon spricht unser Bibelvers – die Liebe von uns zu unseren Mitmenschen.

Unser Leben ist ein Fluss, ein unendlicher Kreislauf, in dessen Zentrum die Liebe Gottes steht. In IHM beginnt und vollendet sich alles.

Aber was hat das mit unserem Bibelvers zu tun?

Die Worte Christi sollen uns an genau diese göttliche Liebe erinnern.

Einen Paukenschlag der Liebe hat Paulus in seinem Brief an die Korinther verfasst. In Kapitel 13 beschreibt er diese wunderbare und einzigartige Liebe, die auch wir – oft wider Erwarten – in uns tragen.

Er spricht von einer Liebe, die freundlich und nicht herablassend ist;
einer Liebe, die freigiebig und nicht geizig ist;
einer Liebe, die gerecht und nicht ungerecht ist;
einer Liebe die, fröhlich und nicht verbittert ist.

Er zeigt uns eine Liebe, die vergibt, anstatt sich zu rächen und die hofft, anstatt zu verzweifeln, eine Liebe, die hilft und füreinander einsteht.

Und von genau dieser Liebe spricht Christus.

Christus spricht: Was ihr getan habt
einem von diesen meinen geringsten Brüdern,
das habt ihr mir getan.
(Matthäus 25,40b)

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Was wir unseren Brüdern und Schwestern, unseren Freunden, Bekannten, engsten Vertrauten oder unseren Glaubensgeschwistern tun, das tun wir auch Jesus an.
Und was wir unseren Mitmenschen tun, das tun wir auch Gott an – ob Freund, ob Feind, ob nah, ob fern.
Bedenke: Wenn Gott alle Menschen retten will, dann sind auch alle Menschen unsere Brüder und Schwestern.

Gott will, dass alle Menschen gerettet werden
und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
(1. Timotheus 2,4)

Gutes oder Böses?
Hass oder Liebe?
Barmherzigkeit oder Gleichgültigkeit?

Du entscheidest.

Die Liebe Gottes, die wir von Ihm empfangen, gilt es weiterzutragen – eine Liebe, die Herzen verwandelt und Gottes Herrlichkeit sichtbar macht.

Jesus hat dazu einen Satz geprägt, der weit alle Generationen Bestand hat: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lukas 10,28b)

Dieser Satz begegnet uns auch im heutigen Evangelium, genauer gesagt im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10, 25-37).

Ich denke, es ist mit Sicherheit eines der bekanntesten Gleichnisse, weil es auf eindrückliche, traurige und zugleich nachdenkliche Weise unser Handeln offenbart. Und in Verbindung mit unserem Wochenvers und den Worten Jesu, die diesen Vers einrahmen (Matthäus 25, 31-46), entsteht ein klares Bild davon, was ist – und was in Christus sein sollte.

Der barmherzige Samariter

Der barmherzige Samariter

25 Und siehe, da stand ein Gesetzeslehrer auf, versuchte ihn und sprach:
Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe?
26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du?
27 Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen,
von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst«
28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.
29 Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster?
30 Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho
und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen.
31 Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber.
32 Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber.
33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte es ihn;
34 und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm,
hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.
35 Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach:
Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir’s bezahlen, wenn ich wiederkomme.
36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war?
37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!
(Lukas 10,25-37)

Die Frage nach dem Leben

Ein Gesetzeslehrer – ein gottesfürchtiger Mann, der die Tora in- und auswendig kennt und andere darin unterweist – fragt Jesus, wie man das ewige Leben erhält. Jesus in seiner wunderbar einfachen und zugleich provozierenden Art: „Was steht im Gesetz?“

Das sitzt. Das trifft den Gelehrten hart. Er kennt das Gesetz wie seine Westentasche, hat es jahrelang studiert. Und doch fordert Jesus ihn auf, nicht nur zu wissen, sondern zu leben, was Gott geboten hat – nicht das, was Menschen daraus gemacht haben.

Jesus hat mehrfach angeprangert, dass gerade die Pharisäer und Schriftgelehrten Gottes Weisungen zu eigenen Geboten umformten.

»Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir;
vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren,
die nichts als Menschengebote sind.«
(Matthäus 15,8-9)

Genau das legt Jesus hier zwischen die Zeilen.

Der Gesetzeslehrer ist nicht dumm. Er kennt die Tora und antwortet:

Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen,
von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst«
(Lukas 10,28)

Jesus lobt ihn, betont aber erneut: „Dann tu das auch. Handle danach – und alles ist gut.“

Er aber sprach zu ihm:
Du hast recht geantwortet;
tu das, so wirst du leben.
(Lukas 10,28)

Ein bisschen stutzig wird der Mann wohl geworden sein. So einfach? Er lebt doch gottesfürchtig, hält die Gebote. Wo ist der Haken?

Doch dieser eine Nachsatz quält ihn „… und deinen Nächsten, wie dich selbst.“

Wer ist mein Nächster?

Er fragt Jesus: „Wer ist denn mein Nächster?“ (Lukas 10,29b) Und was hat das mit der Liebe zu Gott zu tun?

Wenn dich diese Frage genauso quält, dann folge mir einfach in den nächsten Teil …

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