Impuls zum
11. Sonntag nach Trinitatis
Teil 3
Wenn uns Gottes Wahrheit begegnet, wird Demut zum Auftrag und Gnade zur Sendung.
Gott widersteht den Hochmütigen,
aber den Demütigen gibt er Gnade.
(1. Petrus 5,5b)

Demut & Gnade –
unser Auftrag, Seine Sendung
Wahrheit, die nicht schweigt
Über Hochmut und Demut haben wir bereits gesprochen. Dieser Wochenspruch zeigt jedoch nicht nur Gottes Haltung, sondern auch Sein Handeln: Den Demütigen schenkt Er Gnade – den kostbarsten Schatz, den wir empfangen können.
Zwei Menschen des Alten Testaments veranschaulichen dies auf eindrucksvolle Weise: David und Hiob. Zwei Wege, zwei Lebenslagen – und doch dieselbe Wahrheit: Gottes Gnade gilt jedem, der bereit ist, sie zu empfangen.
David – Demut unter der Wahrheit
In 2. Samuel 11 lesen wir, wie David schwer sündigt:
David begehrt Batseba, die Frau Urijas. Nachdem er mit Batseba Ehebruch begangen und sie geschwängert hat, lässt er Urija töten, um Batseba zu heiraten und seine Sünde zu bedecken.
In 2. Samuel 12,1–13 konfrontiert Gott David durch den Propheten Nathan mit seiner sündhaften Lebensweise. David erkennt seine Schuld, beugt sich vor Gott und wird wieder demütig.
Da sprach David zu Nathan: Ich habe gesündigt gegen den HERRN.
Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR deine Sünde
weggenommen; du wirst nicht sterben.
(2. Samuel 12,13)
Eine bemerkenswerte Erzählung.
Gottes Gnade ist größer als unsere Schuld.
Doch Sünde hat Konsequenzen: David wird vergeben, aber er muss mit den Folgen seiner Tat leben.
Gnade hebt Verantwortung nicht auf – doch sie verwandelt unser Herz.
Hiob – Gnade im Leid
Hiob verliert alles: Besitz, Gesundheit, seine Kinder. Der Teufel stellt ihn bis ins Mark auf die Probe. Doch Hiob bleibt Gott treu. Er hält an einer dankbaren und demütigen Haltung fest, selbst im tiefsten Leid.
Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?
In diesem allen versündigte sich Hiob nicht mit seinen Lippen.
(Hiob 2,10b)
Er bekennt:
Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er
über dem Staub sich erheben.
(Hiob 19,25)
Und am Ende wendet Gott Hiobs Geschick:
Und der HERR wendete Hiobs Geschick, als er für seine Freunde bat;
und der HERR erstattete Hiob alles doppelt wieder, was er gehabt hatte.
(Hiob 42,10)
Treue – Dankbarkeit – Demut – Gnade.
Zwei Wege – eine Wahrheit
David und Hiob könnten unterschiedlicher kaum sein: Der eine fällt durch Schuld, der andere durch Leid. Doch beide erfahren Gottes Gnade, weil sie sich Ihm zuwenden – in Einsicht, in Treue.
Keiner von ihnen wird höher oder geringer dargestellt. Beide sind wertvoll und beide sind Zeugnisse für uns.
Diese Lebensgeschichten zeigen: Gott nimmt uns an – in Sünde und Leid, in Freude und Trauer, im Lachen und Weinen.
Unser Auftrag – Seine Sendung
Salomo sagte einst: „Alles ist nur ein Haschen nach Wind.“
All unser Tun ist bedeutungslos, wenn es nicht von Gottes Segen getragen wird.
Wir kommen mit nichts auf diese Welt und gehen mit nichts aus ihr heraus. Alles dazwischen ist Gnade und Auftrag und dient dazu, die Welt immer wieder ein Stück zu verändern – zum Guten.
Eine kleine Strophe aus einem Lied fasst es zusammen:
„Alles, was ich habe, alles, was ich bin, kommt, o Gott, von dir.
Alles, was ich habe, alles, was ich bin, kommt, o Herr, von dir.
Ich will dich loben und preisen, du gibst mir die Kraft,
du gibst mir Mut für jeden Tag.
Du gibst mir Liebe und Frieden, du bist für mich da,
von dir kommt alles, was ich hab.
Alles, was ich habe, alles, was ich bin, kommt, o Gott, von dir.“
Demut & Gnade – im Angesicht der Welt
Ohne Gottes Segen bleibt unser Tun leer. Mit Gottes Gnade wird es fruchtbar und ewig.
Gott hat Seinen Sohn für uns hingegeben – welch unendliche Liebe. Darum sollen wir Ihm in Demut, Dankbarkeit und Liebe begegnen.
Den Demütigen schenkt Er Seinen Segen – im Überfluss.
Über die Hochmütigen aber wird Er Sein Urteil sprechen.
Denn: Gott widersteht den Hochmütigen,
aber den Demütigen gibt er Gnade.
(1. Petrus 5,5b)
AMEN

