Gedanken zum
der Heilige Nikolaus
Nikolaustag
Selig sind die Barmherzigen;
denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
(Matthäus 5,7)
Heute ist Nikolaustag; heute feiert die Kirche den Gedenktag des Bischofs Nikolaus von Myra.
Aber wer war dieser Nikolaus von Myra eigentlich?
Nikolaus von Myra wurde in Patara, im Osten des damaligen Kleinasiens geboren und ist im christlichen Glauben aufgewachsen. Seine Familie galt als sehr wohlhabend, aber Nikolaus machte sich darauf nichts. Und so hielt er nach dem Ableben seiner Eltern auch nicht an all dem Reichtum fest.
Nikolaus selber galt als Mann der Liebe und Barmherzigkeit. Vor allem die Armen lagen ihm sehr am Herzen. Er sah sein Leben, seinen Reichtum, all seine Möglichkeiten als ein Geschenk Gottes und eine Gabe, um Gott und den Menschen damit zu dienen. Er half und gab, wo immer er nur konnte.
Sein Lebensweg brachte Nikolaus von Myra zunächst ins Heilige Land, wo er eine Zeitlang als Einsiedler lebte und sich um all die zerbrochenen Seelen kümmerte, die zu ihm kamen. Er tröstete und unterstütze all jene mit Wort und Tat, die seine Nähe suchten. Aber dies sollte nicht seine endgültige Berufung Gottes gewesen sein.
Eines Tages erhielt Nikolaus den Auftrag von Gott, wieder in seine Heimat zurückzukehren. Nikolaus tat, was Gott ihm aufgetragen hatte und zog fort aus dem Heiligen Land. In Myra wurde er dann zum Bischof ernannt. Dieses Amt nahm er sehr ernst. Er opferte sich vollkommen uneigennützig für die ihm anvertrauten "Schäfchen" auf und stellte sich stets voller Hingabe vor seine Gemeinde, was ihn schließlich jedoch ins Gefängnis brachte.
Seine Inhaftierung hielt Nikolaus von Myra aber nicht davon ab, auch dort, im Gefängnis, das Evangelium, die frohe und heilsbringende Botschaft, zu verkünden und dadurch seinen Mitgefangenen Trost und neue Kraft zu spenden. Beeindruckt von der Liebe und Güte Nikolaus, begnadigte der damalige Kaiser, Kaiser Konstantin, Nikolaus von Myra, damit er sich wieder ganz um seine Gemeinde kümmern konnte.
Und in dieser Liebe und Barmherzigkeit liegt das Geheimnis des Nikolaustages. Denn der heilige Nikolaus von Myra stellte sich und seine Hilfsbereitschaft nicht zur Schau. Nikolaus versuchte stets im Verborgenen zu wirken. Er war nicht auf Ruhm und Anerkennung aus, er wollte helfen und das aus tiefstem Herzen und absoluter Selbstlosigkeit heraus.
So, wie es geschrieben steht:
Wenn du aber Almosen gibst,
so soll deine linke Hand nicht wissen,
was deine rechte tut,
(Matthäus 6,3)
damit dein Almosen im Verborgenen ist.
Und dein Vater, der ins Verborgene sieht,
er wird es dir öffentlich vergelten.
(Matthäus 6,4)
Der Nikolaustag ist nicht nur etwas für die eigenen vier Wände und die geputzten Stiefelchen unserer Kinder.
Bringen wir Nikolaus von Myra wieder auf die Straße zurück, unters Volk. Ich bin mir sicher, jeder hat irgendwo da draußen einen Menschen, dem er "im Verborgenen" mit einer Kleinigkeit eine unendlich große Freude bereiten kann.
In diesem Sinne wünsche ich Dir einen gesegneten und segensreichen Nikolaustag.
Gott sprach zu Abraham:
"Ich will dich segnen und [...] du sollst ein Segen sein."
(aus 1. Mose 12,2)
AMEN
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