"Es ist vollbracht!" - Gottes Sohn ist geboren
Impuls zu Weihnachten
„Es ist vollbracht“
Heute ist ein ganz besonderer Tag. Die Adventszeit findet ihren Höhepunkt. Die letzten Stunden brechen an. Das vierte Licht, welches am Sonntag entfacht wurde, hat nunmehr gänzlich die Dunkelheit in unseren Stuben vertrieben und kündet mit ihrem hellen Schein die nahende Geburt unseres Herrn Jesus Christus an.
Heute ertönt sie in allen Kirchen, in allen Gottesdiensten und vielleicht auch so in vielen Stuben. Die frohe Botschaft. Das Evangelium zur Geburt unseres Herrn Jesus Christus. Und wir sind dabei.
Das Evangelium nach Lukas.
Wir sind dabei.
Wir waren bei den Hirten auf dem Feld, als ihnen die Engel begegneten und ihnen die frohe Botschaft Gottes überbrachten. Wir gingen mit ihnen durch die dunkle Nacht und schauten mit ihnen zusammen in die Krippe im Stall von Bethlehem. Auch wir haben das Lächeln im Gesicht dieses kleinen Kindes gesehen. Und auch wir werden erfüllt von dieser besonderen Ruhe und dem Frieden Gottes, der sich in diesem Moment, in diesem Augenblick, in diesem einen Lächeln in der Welt die Bahn bricht.
Und in diesem Moment höre ich Gott sagen:
"Es ist vollbracht."
(Johannes 19,30a)
Diese Worte aus dem Johannesevangelium kennt wohl jeder. Bevor Jesus am Kreuz stirbt, sagt Er diese, bis tief ins Mark gehenden Worte. Worte, die uns aber wohl eher an Ostern und nicht an Weihnachten erinnern und doch klingen gerade diese Worte, in diesen Stunden, in diese Situation hinein.
"Es ist vollbracht." – Jesus letzte Worte am Kreuz vor über 2000 Jahren bevor er stirbt.
Warum diese Worte? Warum heute, an diesem freudigen Abend? Weil in dieser einen besonderen Nacht, heute, alles anders wird. Nichts bleibt, wie es war. Die Mauern unseres alten Lebens werden gesprengt und von Gott neu errichtet. Ab jetzt ist alles anders - gewöhn dich an anders.
Auch an Ostern wird alles noch einmal durcheinandergewirbelt. Unser altes Leben auf den Kopf gestellt. Was sich heute, hier an Weihnachten, in dieser besonderen Nacht, vielleicht noch nicht vollends entfalten kann, wird an Ostern, mit genau diesen Worten, geknackt.
Auf ein Ende folgt ein Anfang. Jesu letzte Worte, sind auch gleichzeitig Gottes erste Worte. Was für Jesus mit diesen drei kleinen Worten endet, fängt für Gott mit einem bedeutsamen Satz erst richtig an.
„Es ist vollbracht.“ – Ja, vielleicht auch Gottes erste Worte nach der Geburt Seines Sohnes.
Mit der Geburt von Jesus verändert sich alles, Neues bricht an.
Und ich möchte, dass, wenn wir heute Abend in die Augen dieses kleinen Kindleins schauen, wir auch gleichzeitig die große Bedeutung dieses Kindes erkennen.
Ich möchte, dass wir Demut und Ehrfurcht im Herzen spüren, wenn wir das Kind, in Windeln gewickelt, in der Krippe liegend, betrachten.
Ich möchte, dass wir uns immer an diesen enormen Weg von Jesus Christus erinnern, den ER für uns gegangen ist, wenn wir die Freude Gottes empfangen, die dieses Kind, mit seinen kleinen, zarten Händchen, uns so bereitwillig entgegenstreckt.
Dieses kleine Kind, dessen Geburt wir heute feiern, hat nicht nur das Leben von Maria und Joseph auf den Kopf gestellt, sondern auch das Leben von so unendlich vielen anderen Menschen, einschließlich uns.
Es ist vollbracht.
Der letzte Satz am Kreuz, bevor Jesus Seinen Geist in Gottes Hände zurücklegt.
Es ist vollbracht.
Der erste Satz, nachdem Maria ihren Sohn Jesus in Bethlehem zur Welt gebracht hat.
Dieser Satz steht nicht nur für das Ende am Kreuz. Er steht vor allem auch für das, was kommen wird. Dieser Satz ist die Vollendung und der Neubeginn. Er steht für das Ende aller Dinge, aber vor allem auch für einen neuen Anfang.
Mit der Geburt Jesu fängt alles an – etwas Neues keimt auf.
Und am Kreuz scheint Sein Weg zu enden und fängt dort doch auch erst wieder an.
Gott sagte einmal durch Jesaja:
Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige!
Denn siehe, ich will ein Neues schaffen,
jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?
(Jesaja 43,18-19a)
Gott setzt einen Punkt hinter das Alte. Schaut nicht zurück, schaut nach vorn. Das Alte ist vorbei, ich beginne in Dir etwa Neues.
Und deshalb klingt mir dieser Satz auch heute, in diesen Weihnachtstagen, im Ohr.
"Es ist vollbracht."
Gott spricht ihn – an jedem Ende und an jedem neuen Anfang.
Gott spricht ihn – zur Krippe blickend, das Kindlein schauend.
Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf,
(Jesaja 43,19a)
Es ist vollbracht.
Jesus Christus, unser Heiland ist geboren. Gott ist zu uns gekommen. Gott ist Mensch geworden. Gottes machtvolles Werk, Sein Heilswerk, die Erlösung der Menschheit hat in diesen Tagen Seinen Anfang genommen.
Und Gott spricht in die Dunkelheit dieser einen besonderen Nacht hinein.
Es ist vollbracht, der Anfang ist gemacht.
Es ist vollbracht. Die Zeit des Wartens und der Vorbereitungen sind vorbei. Ich habe meine Verheißung erfüllt und die Zusage an mein Volk gehalten.
Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben;
und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen:
Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater, Friedefürst.
(Jesaja 9,5)
Und Johannes fügt hinzu:
Und das Wort ward Fleisch geworden
(Johannes 1,14)
Gott hat Sein Wort lebendig werden lassen. Er ist in diese Welt gekommen, so wie Er es uns verkündet hat.
Gottes Heilswerk, die Erlösung und Befreiung hat Seinen Anfang genommen. Nicht mit Macht, Angst und Schrecken. Nicht mit Krieg und Einschüchterung. Nicht mit Waffen und Gewalt. Kein Krieger in einer Rüstung aus Stahl und einem Schwert aus Eisen. Keine Armee mit schwerem Geschütz.
Ein Kind, zart, fein und vollkommen rein, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegend. In einem Stall, in die tiefe Dunkelheit hinein geboren. Nackt, schutzlos und zerbrechlich. Durch Schmerz getragen, mit tiefster Freude erfüllt. Bedingungslose, pure Liebe. Absolutes und reines Vertrauen. Wärme und Geborgenheit. Auf vollkommenen Glauben gegründet.
Es ist vollbracht.
Jesus Christus ist geboren, um uns zu heilen, zu retten und zu führen.
Jesus Christus ist geboren, um uns ein neues, erfülltes und ewiges Leben zu schenken.
Jesus Christus ist geboren, um allen Menschen, den Weg zu Gott zu bereiten.
Jesus ist geboren, um Liebe, Glaube und Hoffnung zu bringen.
AMEN

