Impuls zum
Wochenspruch zum 14. Sonntag nach Trinitatis
14. Sonntag nach Trinitatis
Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat.
(Psalm 103, 2)
Das Erinnern, an das Erinnern!
Wow, was für ein starker Wochenvers, der uns heute, am 14. Sonntag nach Trinitatis begegnet. Eigentlich möchte man diesen Vers ganz pur, einfach so stehen lassen.
Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat.
(Psalm 103,2)
Und doch ist dieses LOBEN oft gar nicht so einfach, das VERGESSEN hingegen, schnell getan.
Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat.
(Psalm 103,2)
Unser Psalmist David, hat reichlich erlebt mit Gott. Viele unglaubliche Dinge, ja geradezu Wunder, hat Gott in seinem Leben gewirkt. Er ist vom einfachen, kleinen Hirtenjungen, zum größten König von Israel aufgestiegen. Er hat ohne menschliche Verstärkung, gegen Goliath gekämpft und gesiegt, mit einer einfachen Steinschleuder und einem kleinen Steinchen. Er hat zahllose Schlachten geschlagen und ein hohes Ansehen genossen.
Doch so gesegnet David auch war, war er nicht immer ein Waisenknabe. Gerade in den Jahren seiner Regentschaft, wurde er immer wieder von den Versuchungen der Welt und der Macht verführt und hat sich selbst zur Sünde hinreißen lassen. Aber so oft er auch seinen Sünden erlegen ist, so oft holte die Gnade Gottes ihn wieder zurück. Und warum? Was war das Geheimnis von König David?
David wusste um die unendliche Güte und Gnade Gottes.
Der HERR ist mein Fels, meine Burg und mein Retter;
mein Gott ist meine Zuflucht, bei dem ich Schutz suche.
Er ist mein Schild, die Stärke meines Heils und meine Festung!
HERR, wenn ich dich lobe und anrufe,
dann werde ich vor meinen Feinden gerettet.
(Psalm 18,3-4)
Und David geriet in große Bedrängnis,
weil das Volk ihn steinigen wollte;
denn die Seele des ganzen Volks war erbittert,
ein jeder wegen seiner Söhne und Töchter.
David aber stärkte sich in dem HERRN, seinem Gott,
(1. Samuel 30,6)
David konnte das Gute sehen, was in seinem Leben geschehen ist und er wusste genau, WEM er all das Gute zu verdanken hatte.
Unserem allmächtigen Gott, dem nichts zu klein und nichts zu groß ist. Der jeden sieht, alles hört und nichts ungeschehen lässt.
Aber auch König David musste sich immer wieder an das Erinnern, erinnern.
Lobe den Herrn meine Seele
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
(Psalm 103,2)
All das Negative, was uns im Leben widerfährt, haftet sich an unser Herz und lässt uns trüb und grimmig werden. Das perfide jedoch ist, dass wir genau an diesem Negativen, was uns runterzieht, uns träge und trübsinnig werden lässt, festhalten. Wie wenig schauen wir auf das Gute, was Gott bereitet und wie oft kramen wir immer wieder die fiesen, alten und niederschmetternden Erlebnisse hervor.
All das Gute, was in unserem Leben geschieht, all das, was unser Herz fröhlich und leicht werden lässt, all das vergessen wir nur allzu schnell.
Wenn uns jemand fragt, wie unser Tag gewesen ist. Kommen uns dann nicht zuallererst all die Probleme, Hürden und Schwierigkeiten, denen wir begegnet sind, in den Sinn? Reden wir nicht vorrangig über die schlimmen Nachrichten in der Welt, als über das Gute? Ganz zu schweigen von den Wundern, die Gott vollbringt.
Und selbst wenn wir etwas Großartiges erleben, wenn wir ein Wunder erfahren dürfen, wenn uns etwas Gutes widerfährt, wenn sich ein Problem löst, wir einen Schritt weiterkommen, einen guten Job finden, neue Menschen kennenlernen, sich eine finanzielle Lücke schließt oder wir Heilung von einer Krankheit erfahren, wo verorten wir dann das Gute? Sind es Zeugnisse von Gottes wirken in unserem Leben oder ist es halt einfach der Lauf der Zeit?
Diese Zeugnisse Seiner Macht und Herrlichkeit sind es doch, die uns stärken und immer wieder aufrichten. Doch genau diese Zeugnisse verbergen wir tief in unseren Herzen, wo kein Licht, kein Mensch, kein Gedanke je hinkommt.
Wir wissen genau, wo das Gute wohnt, aber den Weg dahin vergessen wir nur allzu schnell.
Und vor diesem Vergessen warnt uns die Heilige Schrift.
Lobe den Herrn meine Seele
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
(Psalm 103,2)
Wir müssen uns einer unumstößlichen Wahrheit immer bewusst sein.
Gott liebt uns und Er gibt sich vollkommen für uns hin.
Wenn die Welt uns runterzieht, will ER uns wieder aufrichten.
Wenn die Welt unsere Freude durch Schmerz und Leid zu ersticken droth, will ER das Leuchten wieder entzünden.
Gott ist in allem an unserer Seite – in guten, wie in schlechten Zeiten, in starken, wie in schwachen Momenten.
Gottes Kraft kommt gerade in unseren Schwächen zur Geltung (2. Korinther 12,9).
Und das Einzige, was Er von uns möchte, ist ein dankbares und demütiges Herz. Ein Herz, das sieht und liebt.
Gott hat mit Jesus Christus die Begriffe Liebe, Annahme und Vergebung neu definiert.
Vergebung von Gott erlangen wir nicht mehr, wenn wir ein makelloses, erstgeborenes Tier opfern. Vergebung hat Gott durch Jesus neu definiert.
Annahme von Gott erfahren wir nicht, wenn wir zum allwöchentlichen Gottesdienst gehen und drei Vaterunser beten. Annahme hat Gott durch Jesus neu definiert.
Und die Liebe Gottes können wir uns nicht durch halbherzige Werke erkaufen. Wahre Liebe hat Gott durch Sein Erlösungswerk neu definiert. Seine Liebe ist allgegenwärtig in unserem Leben. Sie ist einfach da, bedingungslos.
Und dieser bedingungslosen Liebe müssen wir uns bewusstwerden, um die Größe, die Güte und Barmherzigkeit Gottes zu erkennen. Wir müssen dieser unermesslichen Liebe gewahr werden, um das Gute, was Gott in unserem Leben wirkt, annehmen zu können und um Gottes Gegenwart in unserem Leben zu spüren.
Gott ist kein Gott, der uns fern ist. Gott ist uns in Jesus so nah gekommen, wie nie zuvor. Er ist Mensch geworden und hat unter uns gelebt. Er sieht, er redet, er spürt wie du und ich. Er kennt die Probleme, Ängste und Sorgen, die uns quälen haargenau. Er sieht nicht aus weiter Ferne mit einem diplomatischen Blick auf uns und unser Leben herab, sondern er ist mittendrin.
Gott lebt nicht mehr nur unter uns, sondern in uns, durch Seinen heiligen Geist. Er spürt, was wir spüren, er fühlt, was wir fühlen – er leidet und er lacht mit uns.
Wir sind Gott wichtig, wir sind kostbar in Seinen Augen und deswegen schenkt ER uns all Seine Liebe und Gnade – bedingungslos.
Seine Liebe ist lebendig geworden. Er lebt und wirkt.
Seine Liebe hat uns befreit, losgekauft und freigesprochen.
Und Seine bedingungslose Liebe hat uns Rettung und Heilung geschenkt.
Wir alle dürfen von Seiner Liebe, Heilung und Rettung kosten.
Wenn wir nach Gott fragen, wenn wir um seine Heilung und Rettung bitten, werden wir sie auch erhalten – ohne Wenn und Aber.
Lobe den Herrn meine Seele
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
(Psalm 103,2)
Gott ist da. Er richtet uns auf, Er gibt uns neue Kraft und führt uns auf den rechten Weg.
Und wir?
Erkennen wir Gottes Rettung aus einer misslichen Situation?
Erkennen wir Gottes Heilung von kleinen und schweren Krankheiten?
Erkennen wir Gottes Liebe in den Wundern unseres Lebens?
Wie reagieren wir auf sein Wirken in unserem Leben?
Nehmen wir die Heilung, Rettung und all die großen und kleinen Wunder als gegeben hin? Zufälle die geschehen, der Lauf der Zeit?
Nehmen wir die Heilung und Rettung als Gottes Wirken an und ziehen dennoch unserer weltlichen Wege weiter?
Oder spüren wir die Kraft Gottes in unseren Leben und danken wir Ihm für Seine Gnade?
Lobe den Herrn meine Seele
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
(Psalm 103,2)
Gottes Wirken zu erleben ist eine Sache, aber Gott richtig zu erfahren eine ganz andere.
Nur wenn wir das unermessliche Opfer Gottes tief im Herzen spüren, wenn wir Seine Heilung, Rettung und Vergebung annehmen und DANKBAR für diese bedingungslose Liebe sind, wird Er uns weit über unsere Vorstellungen hinaus führen und unser Leben überreich mit Seiner Gnade segnen.
Jeder darf die bedingungslose Liebe durch die Hand Gottes in seinem Leben erfahren.
Aber nicht jeder lässt es zu, dass dieses Wirken eine Gnade Gottes ist.
Es steht uns frei, die Wunder und die Liebe, die uns widerfahren, als weltliche Gegebenheit hinzunehmen oder darin die wahre und bedingungslose Liebe und Gnade Gottes zu erkennen.
Lobe den Herrn meine Seele
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
(Psalm 103,2)
Ich kann diesen Bibelvers nicht oft genug zitieren. Denn dieser Bibelvers soll uns an genau diesen Wendepunkt in unserem Denken erinnern.
Es sind keine Zufälle, sondern Gottes mächtige Hand, die in unserem Leben wirkt.
Wir müssen uns immer wieder an das Erinnern, erinnern. Wir müssen uns daran erinnern, dass nicht wir es sind, die Gutes schaffen, sondern dass allein Gott den Weg für all das Gute in unserem Leben bereitet.
Wir dürfen trotz all der Widrigkeiten, die uns begegnen, nie vergessen, wer auch immer wieder in diesen schweren Zeiten an unserer Seite steht, wer uns aus misslichen Lagen befreit, wer uns beisteht und uns stärkt. Und wir sollten dankbar sein, dass wir Gott in unserem Leben erfahren dürfen, dass wir Seine Liebe kosten und Seine Gnade erleben dürfen. Es ist ein Privileg, dessen müssen wir uns bewusst sein. Wir müssen uns an das Erinnern, erinnern.
Lobe den Herrn meine Seele
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
(Psalm 103,2)
Es gibt in einem Gott zugewandten Leben so viel mehr als nur die reine Erlösung. Wer die Taten Gottes erkennt und Ihm dafür alle Ehre erweist, wird in Ewigkeit aus Seiner Gnade heraus leben können. Wenn wir „Hallo“ sagen und „Danke, dass du nicht nur in guten, sondern auch in schweren Zeiten immer an meiner Seite bist. Danke, dass Du mir Heilung schenkst. Danke, dass du über mich wachst und mir schon so viel Gutes geschenkt hast. Danke für Deinen Segen.“, dann wird Er uns zu noch mehr Unglaublichem führen. Er führt uns ins gelobte Land. Gott ist treu, denen, die mit ungeteiltem Herzen auf ihn schauen.
Denn die Augen des HERRN durchstreifen die ganze Erde,
um sich mächtig zu erweisen an denen,
deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.
(2. Chronik 16,9a – Schlachter 2000)
Aufrichtige Dankbarkeit und tiefe Demut sind der Schlüssel zu einem Leben MIT Gott, zu einem Leben in der vollkommenen Gnade und Güte Gottes.
Lobe den Herrn meine Seele
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
(Psalm 103,2)
Gedenken wir der Größe und Gnade Gottes und all dem Guten, was ER bereits in uns und in der Welt bewirkt hat – denn daraus erwachsen die wahren Wunder des Lebens.
AMEN
An diesem Sonntag wird uns die Erzählung über die Zehn Aussätzigen aus dem Lukasevangelium mit auf den Weg gegeben. Ein wahrhaft beeindruckendes Erlebnis. Wenn Du gerne ein bisschen tiefer in die Erzählung über die zehn Aussätzigen eintauchen möchtest, dann lies gerne noch den zweiten Teil zu diesem Impuls.
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