Impuls zum
Wochenspruch zum 11. Sonntag nach Trinitatis
11. Sonntag nach Trinitatis
Gott widersteht den Hochmütigen,
aber den Demütigen gibt er Gnade.
(1. Petrus 5,5b)
Hochmut kommt vor dem Fall
Der 11. Sonntag nach Trinitatis führt uns vor Augen, dass Dankbarkeit und Demut unser schönster Schmuck, unsere beste Kleidung sein sollten. Denn all das, was wir haben und was wir sind, haben wir allein der Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu verdanken. Schon Paulus bezeugte dies, als er die Epheser auf diese Wahrheit aufmerksam machte:
Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben,
und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.
(Epheser 2,8)
Es ist allein die Gnade Gottes, die uns umgibt, versorgt und uns leitet. Und diese Gnade gewährt Er jedem, der sich an Ihn hält, Ihn achtet und der sein Herz auf Ihn ausrichtet.
Gott widersteht den Hochmütigen,
aber den Demütigen gibt er Gnade.
(1. Petrus 5,5b)
Was will Petrus uns mit diesem Wort sagen?
Ein paar Gedanken zu diesem Vers möchte ich uns heute mit in die Woche geben.
Gott widersteht den Hochmütigen,
aber den Demütigen gibt er Gnade.
(1. Petrus 5,5b)
Demut & Gnade
Wir wissen, aus uns heraus können wir nichts wahrhaft Nachhaltiges erreichen, allein die Gnade Gottes führt uns auf "rechter Straße" und zu "fruchtbaren Weiden" (vgl. Psalm 23).
Gott liebt alle Seine Kinder und Er möchte einen jeden in Seine Heilsgeschichte einbinden. Und so reicht Gott auch einem jeden von uns Seine Hand und führt uns auf sicheren Wegen nach Hause; jeden, der Seine Hand annimmt und Seiner Stimme folgt. Wer Seine Gnade aber ausschlägt und nicht auf Jesu Wegen wandelt, weil er denkt, Gott nicht zu brauchen, der muss sich am Ende allein durch die Wildnis der Welt schlagen.
Gott widersteht den Hochmütigen,
aber den Demütigen gibt er Gnade.
(1. Petrus 5,5b)
Petrus gibt uns hier eine Warnung mit auf den Weg, die sich gewaschen hat. Eine Wahrheit Gottes, die wir nicht verachten sollten. Die Warnung vor Hochmut, Selbstüberschätzung und Egoismus.
Sind wir in dieser Hinsicht nicht alle gleich? Sind wir nicht alle anfällig hierfür?
Wie schnell rümpfen wir die Nase über andere Menschen, die uns, nach unserer Meinung, nicht das Wasser reichen können und rühmen uns unserer eigenen Taten und Erfolge? Es ist ein ewiger Kampf in uns. Ein Kampf um Ansehen und Anerkennung. Wir sehnen uns nach Größe, Ruhm und Erhabenheit. Aber das ist das Schlimmste, was wir tun können. Denn diese Sucht nach einem mehr von uns, macht uns zu Götzen unserer Selbst.
Und davor warnt uns der Bibelvers für diesen Sonntag: Wir sollen weder neidisch noch hochmütig auf andere schauen, sondern dankbar und demütig. Wir sollen die Menschen so sehen, wie Gott sie sieht und wie Gott uns sieht. Liebende und keine respektlosen Augen. Annehmende und keine abweisenden Hände. Wahre Anteilnahme und keine belanglosen Floskeln.
Demut und Dankbarkeit sind der Schlüssel zu Gottes Gnade.
Und Demut und Dankbarkeit spiegeln sich auch in den zwei höchsten Geboten wider, die uns Jesus mit in unser Leben gegeben hat. Der Gottes- und der Nächstenliebe.
Jesus aber sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott,
lieben von ganzem Herzen,
von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und erste Gebot. Das andere aber ist dem gleich:
»Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
(Matthäus 22,37-40)
Wir können Gott nur lieben, ehren und achten und an die erste Stelle in unserem Leben setzen, wenn wir Ihn als unseren Schöpfer erkennen. Wenn wir Ihn in all dem Wunderbaren um uns herum, in all den guten Werken und Taten, den Wundern erkennen, die außerhalb der Finsternis dieser Welt liegen.
Und nur wenn wir Seine Gnade und Liebe im Herzen tragen, können wir sie auch an unseren Nächsten weitergeben.
Es geht nicht um uns. Nicht wir sind der Mittelpunkt unseres Seins. Es dreht sich nicht alles um unser keines Universum.
Gott ist es! Gott ist das Zentrum!
Und es sind diese zwei Gebote von Jesus, die alles in sich vereinen und die unseren Weg und unser Leben klar definieren.
Das einzig wichtige in unserem Leben ist Gott. Punkt! Aus! Ende!
Aber das zweitwichtigste sind unsere Mitmenschen und wir. Ich finde diesen Zusatz im Matthäusevangelium sehr schön „…wie dich selbst“. Wir sollen unsere Mitmenschen nicht einfach nur lieben und ihnen zu Diensten sein. Wir sollen uns mit ihnen gleichstellen, uns in sie hineinversetzen und sie genauso annehmen, wie uns.
Als erstes kommt Gott und dann kommen wir - wir alle. Nichts steht über Gott, aber auch niemand steht unter uns.
„Hochmut kommt vor dem Fall.“
Dieses Sprichwort kennt wohl ein jeder. Das ist keine einfache Floskel oder Wortspiel unserer Großeltern. DAS ist eine Wahrheit Gottes und wir finden sie im Buch der Sprüche.
Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz;
und Hochmut kommt vor dem Fall.
(Sprüche 16,18)
Liebe Geschwister, wir leben nicht auf dieser Welt in einer „Ich“-Blase, sondern in einer Gemeinschaft.
Nicht ich, sondern WIR! Du, ich, sie alle und Gott! WIR!
Die Vereinigung der zwei höchsten Gebote:
Gott lieben -> die Menschen lieben
Gott achten -> die Menschen achten
Gott dienen -> den Menschen dienen
Gott ehren -> die Menschen ehren
Nicht "Ich kann" oder "du kannst" – wir können!
In jeder Lebenslage, in jeder Situation, in Trauer, Schmerz und Leid aber auch in Freude, Jubel und Heiterkeit. WIR KÖNNEN - gemeinsam, dank Gott! Paulus schrieb einst an die Korinther:
Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit,
und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.
(1. Korinther 12,26)
Wir sind nicht nur eine Gemeinschaft, sondern ein Leib. Ein Leib in Christus. Und als dieser eine Leib, sollten wir gemeinsam im Reich Gottes unterwegs sein.
Jesus selber hat seinen Dienst beschrieben:
»Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen
frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, zu heilen,
die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden
und den Blinden, dass sie wieder sehend werden,
Zerschlagene in Freiheit zu führen und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.«
(Lukas 4,18-19)
Und Paulus betont:
Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude
und mit Frieden im Glauben, dass ihr überströmt in der Hoffnung
durch die Kraft des Heiligen Geistes!
(Römer 15,13)
Und was ist unser Dienst auf Erden?
Was ist unsere Antwort auf diese Gnade, auf die Gaben Gottes?
Gott zu ehren und zu preisen und Seinen Namen über allen zu erhöhen! So, wie es auch der Psalmist in Psalm 145 schreibt:
Von dem herrlichen Glanz deiner Majestät will ich sprechen und von
deinen Wundertaten. Von der Macht deines furchterregenden Waltens
soll man reden, und deine Größe will ich verkünden.
Das Lob deiner großen Güte soll man reichlich fließen lassen,
und deine Gerechtigkeit soll man jubelnd rühmen! Gnädig und
barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.
(Psalm 145,5-8)
Wir sind auf Erden, um Gott zu Ehren mit unserem ganzen Sein und das schließt nicht nur den Dienst für Gott ein, das schließt auch den Dienst für Sein Reich und den Dienst an unseren Mitmenschen ein. Das eine geht nicht einher ohne das andere.
Es ist an uns Gottes Reich auf Erden weiterzubauen, um Menschen die Herrlichkeit Gottes zu offenbaren und um Seine Liebe in die Welt zu tragen. Und diese unendliche Gnade, die wir von Gott empfangen haben, sollen wir weitergeben. Der Dienst an unseren Mitmenschen.
Gottes Gnade ist unerschöpflich. Das heißt, wir brauchen sie nicht für schlechte Tage in unseren Abstellkammern zu bunkern. Seine Gnade fließt, es ist ein Strom unendlicher Güte und wir dürfen, nein wir sollen, diese Liebe und Güte mit vollen Händen verteilen.
Wir sind gesandt zu dienen – Gott und den Menschen. Und das nicht in Hochmut und Selbstgefälligkeit, sondern in Demut und Dankbarkeit.
Wir sind berufen, all das wunderbare, was wir von Gott empfangen haben und noch empfangen werden, weiterzugeben. Gottes Wort, Gottes Gnade, Gottes Barmherzigkeit, Seine Liebe.
Ja, alles was wir empfangen!
Und ich rufe uns noch mal die Worte von Paulus an die Epheser ins Gedächtnis, die ich oben bereits erwähnt hatte und füge die nachfolgenden Verse mit an:
Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch:
Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.
Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken,
die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
(Epheser 2,8-10)
Wir dürfen niemals vergessen, dass es nicht UNSERE Werke sind, die wir vollbringen, sondern dass Gott diese Werke für uns bereitet hat.
Es sind nicht unsere Taten, die Gutes bewirken, sondern Gott ist es, der durch uns Gutes bewirkt.
Es ist nicht unsere Barmherzigkeit, die uns leitet und Menschen in ihrer Not begegnet, sondern Gottes unaussprechliche Barmherzigkeit.
Und es ist nicht unsere Gnade, mit der wir anderen begegnen, sondern Gottes Gnade, die durch uns fließt.
Gott ist es, der all das in unserem Leben und durch uns bewirkt.
AMEN
Wenn Du diesen Gedanken noch ein bisschen weiter folgen möchtest, dann gehts HIER zur Fortsetzung ...
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