Impuls zum
Wochenspruch zum 10. Sonntag nach Trinitatis 2024
10. Sonntag nach Trinitatis
Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist,
dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.
(Psalm 33,12)
Jesus!
Einfach Jesus!
„Am Ende fließen alle Dinge ineinander
und aus der Mitte entspringt ein Fluss."
So heißt es in einem Filmzitat.
Der 10. Sonntag nach Trinitatis ist ein ganz besonderer Sonntag. Er bildet nicht nur die Mitte der Trinitatiszeit ab, er steht auch symbolisch für das Zentrum unseres Glaubens. Dieser Sonntag soll unseren Blick weiten und ihn einmal mehr auf unsere Glaubenswurzeln lenken. Jesus.
Und Jesus war kein Christ. Jesus war ein Israelit, ein Nachkomme Davids, aus dem Stamm Juda. Er war ein Jude. Und aus Ihm, einem Juden, entspringt all das Neue, was werden sollte.
Jesus ist die Wurzel unseres Glaubens, das Fundament unseres Glaubens.
„und aus der Mitte entspringt ein Fluss."
Ja, aus der Mitte von Gottes unendlicher Schöpfung entspringt der Quell des ewigen Lebens.
Die Mitte .... Was für ein Wort, was für eine Bedeutung.
Aber was stellt eine Mitte überhaupt dar?
Sie ist nicht links und nicht rechts. Nicht Anfang, nicht Ende. Fühlt sich an wie unentschlossen, verschwommen, uneindeutig. Wie ein wankender Grashalm im Wind.
Aber das ist sie nicht. Denn die Mitte steht fest, unverrückbar. Sie trägt etwas immens Bedeutsames in sich, etwas Neues, Veränderndes, Korrigierendes. Ohne sie, gäbe es keinen Anfang und kein Ende, kein links oder rechts. Sie beendet, sie verbindet und sie schafft neues.
Eine Mitte ist kein abgeschlossenes Ganzes, sondern ein bedeutender Teil des Ganzen. Sie ist der Mittelpunkt, die Kehrtwende, das Verbindungsstück, der Zusammenhalt aller Dinge und Ereignisse. Sie ist DAS ZENTRUM. Alter und neuer Startpunkt, Anfang und Ende zugleich. In ihr fließen zwei Seiten ineinander, sie hält zwei Hälften zusammen, sie verbindet, was sonst getrennt wäre.
Sie ist die unsichtbare Kraft zwischen Licht und Finsternis.
Sie ist der unsichtbare Tröster zwischen Leben und Tod.
Sie ist der unsichtbare Mittler zwischen Gut und Böse.
Sie ist die unsichtbare Brücke, über die wir gehen.
SIE hält alles zusammen.
Und so soll auch dieser Sonntag, der 10 Sonntag nach Trinitatis, in zweifacher Hinsicht eine Brücke darstellen, eine Verbindung schaffen. Er soll uns einmal mehr offenbaren, dass der Ursprung sowohl Anfang, als auch Mitte und auch Ende bedeutet.
Dieser Sonntag soll unseren Blick öffnen für Gottes Herrlichkeit und Seine Annahme ALLER Menschen auf dieser Erden. Er soll uns verdeutlichen, dass das Juden- und das Christentum einen gemeinsamen Ursprung haben und sich in dieser ganz besonderen Mitte treffen und vereinen. Es geht um den sinnbildlichen Ölbaum, der durch die eine Wurzel immer weiterwächst und sowohl alte, als auch neue Triebe in sich vereint. Denn am Ende geht nicht um uns, nicht um sie, nicht um dich und mich – es geht um das große Ganze in dem wir uns befinden – das Erlösungswerk Gottes.
Und so sollen wir uns immer wieder gewahr werden, dass nicht nur wir Christen im Blickfeld Gottes liegen, sondern alle Menschen. Egal ob groß oder klein, arm oder reich, krank oder gesund – egal ob Jude oder Grieche, Christ oder Heide … Nicht das Christentum mit seinen zig Denominationen ist der Nabel der Welt, die Wurzel der Religionen – es ist JESUS!
Dieser Sonntag, der auch "Israelsonntag" genannt wird, soll unsere Gedanken auf dieses ganz besondere Zentrum und die Verbindung dieser zwei scheinbar so gegensätzlichen Welten lenken. Er soll unsere Augen und Herzen öffnen für die Verbindung zwischen dem auserwählten Volk Israel und uns, den Nachfolgern von Jesus Christus. Dieser Sonntag baut eine Brücke zwischen dem Judentum – dessen Ursprung im Alten Testament zu finden ist - und dem Christentum – das seinen Anfang im Neuen Testament hat. Und im Zentrum steht Jesus! Der Ursprung - der Anfang - und das Ende.
Es ist immens wichtig, dass wir uns immer unserer geistlichen Wurzeln bewusst sind. Nicht wir sind der Ursprung des Glaubens. Wir fügen uns in das vollkommende Ganze ein. Nicht wir sind das auserwählte Volk, dennoch sind wir Gottes geliebte Kinder und dürfen in Seiner Herrlichkeit leben.
Im Zentrum des Alten und des Neuen steht:
Jesus!
Jesus ist der Mittelpunkt unseres Lebens, unseres Daseins, unserer Ewigkeit.
Jesus ist das Zentrum unseres Glaubens.
Er ist unsere geistliche Wurzel?
Alles ist aus Ihm erschaffen und alles ist in Ihm vereint.
„Am Ende fließen alle Dinge ineinander
und aus der Mitte entspringt ein Fluss."
Denken wir doch nur mal an die Eingangsworte des Alten …
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe;
und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.
Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.
(1.Mose 1,1-3)
und Neuen Testaments…
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott,
und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott.
Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht,
und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.
In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
(Johannes 1,1-4)
Wir, unser Sein, unser Leben, unser Glaube ist aus Ihm erschaffen. Durch Sein mächtig Wort.
"Und Gott war das Wort!"
Der Anfang sind die Himmel und die Erde.
Das Ende sind der neue Himmel und die neue Erde. (Offenbarung 21)
Die Mitte ist Jesus. Er ist die Verbindung zwischen Anfang und Ende. Er ist die Verbindung allen Seins.
Jesus!
Einfach nur Jesus!
Der Mann, der die Grundpfeiler unseres Glaubens darstellt, der das lebendige Wasser ist; das Wort, welches uns glauben lässt, der für UNS, für Dich, für mich, für unsere Kollegen, Freunde und Bekannte, Nachbarn, Feinde und Fremde, ans Kreuz gegangen ist, dieser Mann, war kein Christ, sondern von Geburt her Jude. Und doch war er Mensch - wie Du und ich - und ist gekommen um uns ALLE zu erlösen.
Vieles von dem, was Jesus uns gelehrt hat, ist begründet im Judentum, in der Urbeziehung zwischen Gott und unseren Urahnen im Glauben, Abraham, Isaak und Jakob. All die Gebote, Weisungen und Ordnungen Gottes, münden in Seinem lebendigen Wort, in Jesus Christus. Allerdings nicht mehr so, wie es das Alte Testament uns aufzeigt. Mit Jesus beginnt etwas Neues – ein neues Ganzes, mit Tiefe und innerer Veränderung.
AMEN
Wenn Du gerne noch weiterlesen möchtest, dann kommst Du hier zur Fortsetzung ...
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