Impuls
Wochenvers zum 1. Advent
zum 1. Advent
Siehe dein König kommt zu dir,
ein Gerechter und ein Helfer.
(Sacharja 9, 9b)
Spürst Du es? Spürst Du dieses ganz besondere Kribbeln? Diese ansteckende Spannung & Freude – VORfreude? Ein Gefühl, welches man hat, wenn man einem ganz besonderen Ereignis entgegenfiebert?
Das ist das Adventsgefühl. Ein Hauch von Zimt, Nelken und Tannenduft, Glockenläuten, Kinderstimmen und kleine Heimlichkeiten.
In diesen ersten Tagen im Dezember fühlt es sich ein wenig an, wie ein „Aufbruch“. Ein Aufbruch in eine neue Zeit – in die Adventszeit. Wir wissen was kommt. Wir kennen die Geschichte. Und so langsam werden wir unruhig in unseren Herzen.
Ja, bald ist es wieder soweit. Nur noch vier Wochen, dann, ja dann ist SEINE Zeit gekommen.
Tage voller Spannung, Hoffnung und freudiger Erwartungen liegen vor uns. Es knistert im Herzen, wie das sich langsam entzündende Feuer im Kamin.
Wir alle warten voller Freude auf den Erlöser dieser Welt;
auf den, der aus Sorgen und Ängsten wieder Hoffnung und Zuversicht macht;
auf den, der blinden und zerstörerischen Eifer in achtsame Ruhe umkehrt;
auf den, der in all dem Tosen und Lärmen dieser Welt, selige Stille einkehren lässt;
auf den, der mit bedingungsloser Liebe tiefdunklen Hass verdrängt.
Wir warten gebannt auf das Kommen unseres Herrn Jesus Christus.
Doch wenn ich mich so umschaue … nach seligem Warten sieht es ringsherum so gar nicht aus.
Alles in uns und um uns herum bereitet sich auf Weihnachten vor. Die Zimmer werden geschmückt. In der Küche wird gebrutzelt und gebacken. Schnitzel & Co weichen Gans & Stollen. Die ersten Geschenke werden gekauft und sicher verborgen. Und spätestens, wenn die erste Kerze am Adventskranz angezündet wird, fällt auch dem Letzten auf, dass die Zeit wieder gekommen ist. Was für eine schöne Weihnachtsidylle.
Idylle? Nach Ruhe und Ankommen klingt das so rein gar nicht. Um uns herum breitet sich vor allem in diesen Tagen eher ein geschäftiges Treiben aus.
Die Zimmer werden geputzt und geschmückt, Kekse, Stollen und Kuchen gebacken, das Festgesessen wir geplant, gekauft und vorbereitet, die ersten Krippenproben stehen auf dem Plan, die Kinder müssen zum Adventssingen, der Partner plant einen Weihnachtsmarkt-Marathon und die Weihnachtsgeschenke müssen gekauft, verpackt und versteckt werden. Die ersten Weihnachtsmärkte öffnen ihre Tore und Verabredungen zum Bummeln, Klönen und Glühwein trinken trudeln ein. Der Terminkalender füllt sich von Tag zu Tag mit immer mehr To Do's und Einladungen.
Aber Moment mal: Wo bleibt Gott dabei?
Wo steckt in all dem geschäftigen Treiben, in all den Terminen und Aufgaben, die Vorfreude auf das Wichtigste? Wo ist die Besinnung auf das Kommende? Wo bleibt das Ankommen bei Gott und Aufbrechen zum Christus-Kind.
Wir sind in diesen Tagen der Adventszeit so sehr mit all den Vorbereitungen auf das (weltliche) Fest abgelenkt, dass wir gar keine Zeit mehr finden, um uns auf das zu besinnen, worum es wirklich geht.
Es geht nicht um pompös geschmückte Zimmer, es geht nicht um tolle und teure Geschenke, es geht nicht um die meisten Weihnachtsmarktbesuche.
Es geht einzig und allein ums Ankommen & Aufbrechen.
Ankommen & Aufbruch – zwei augenscheinlich widersprüchliche Dinge und doch das wertvollste in dieser Adventszeit.
Ankommen in Gottes Gegenwart & Aufbrechen zu Gottes Gnaden. Wir erleben eine Zeit, in der es um die Vorbereitung auf das wunderbarste Ereignis unserer Weltgeschichte geht.
Es geht um die Vorbereitung und Besinnung auf die Geburt, das Kommen, unseres Herrn, unseres Königs, unseres Erlösers. Jesus Christus, der uns befreit von aller Schmach und Schande, der uns heilt von aller Bosheit und Gier, der uns hilft in aller Not und Leid, der uns trägt und befreit. Jesus Christus!
Um unseretwegen ruft Gott in all unsere Geschäftigkeit hinein:
Siehe, dein König kommt zu dir,
ein Gerechter und ein Helfer.
(Sacharja 9,9a)
Und auch wenn uns im Wochenspruch eher eine Prophezeiung zum Osterfest entgegentritt, wissen wir doch, dass diese Prophezeiung von Sacharja, uns gewissermaßen auch einen Blick nach Bethlehem gewährt. Denn dort wird er geboren – unser König, ein Gerechter und ein Helfer, der Friedefürst und Ratgeber.
Ein kleines Kind wird uns geboren, dass schon jetzt die Macht hat, Herzen zu verändern und wahre Wunder zu bewirken.
Maria trägt etwas unter ihrem Herzen, was schon jetzt an Größe und Erhabenheit nicht zu übertreffen ist. Sie trägt im wahrsten Sinne, den Ursprung des wahren und neuen Lebens in sich. Begeben wir uns deshalb am Anfang dieser Adventszeit, ganz bewusst an die Anfänge unseres Lebens, ja, an die Anfänge allen Lebens.
Jesus lässt das alte Leben dieser Welt hinter sich. Ein Leben, welches in Sünde und Niedertracht verfallen ist, und Er bringt neues Leben hervor, welches Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gebiert.
Der König der Welt bricht sich die Bahn, genauso wie der helle Morgenstern am Horizont.
Folgen wir diesem aufgehenden Morgenstern, der uns sicher zu unserem König führt.
Machen wir uns auf! Auf zu Jesus!
AMEN
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